Die Terrorserie von Paris mit 129 Todesopfern könnte nach Befürchtung der französischen Regierung nur der Auftakt einer Angriffswelle sein. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bereite weitere Attacken gegen Europa und seine Verbündeten vor, warnte Premierminister Manuel Valls am Montag. Auch der IS drohte in einer neuen Videobotschaft mit weiteren Anschlägen. Präsident François Hollande kündigte an, den UN-Sicherheitsrat im Kampf gegen die Terrormiliz anzurufen.

Drahtzieher der Attacken von Paris könnte laut Medien der gesuchte belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud sein. Die Polizei fahndete zudem nach weiteren flüchtigen Komplizen. In Frankreich durchsuchte die Polizei landesweit rund 170 Wohnungen und nahm 23 Verdächtige fest. Dabei wurden 31 Waffen beschlagnahmt, darunter in Lyon ein Raketenwerfer. Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte an, auch Moscheen zu schließen, in denen radikales Gedankengut verbreitet werde. Auch in Belgien gab es neue Razzien. Spezialeinsatzkräfte suchten am Montag in Brüssel vor allem nach dem flüchtigen Belgier Salah Abdeslam - allerdings erfolglos. Der 26-Jährige ist der Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris und zur Fahndung ausgeschrieben. Über die sieben getöteten Angreifer werden unterdessen immer mehr Details bekannt.

Das Auswärtige Amt identifizierte ein zweites deutsches Todesopfer, einen 51-jährigen Mann aus Niedersachsen. Schon bekannt war, dass ein 28-jähriger Architekt aus Oberbayern erschossen wurde, der schon länger in Paris lebte.