Der muss bei den Anglern Karpfen essen. Und wenn er es gut macht, winden ihm hinterher die Landfrauen Kränze. Das deutsche Vereinswesen hält für jeden Geschmack was bereit. Es hat zudem seinen Teil zum Gelingen der Demokratie betragen. Es sammelte schon früh die windigen Subjekte von der Straße, gab ihnen Hacke und Kleinkaliber in die Hand und machte sie so zu anständigen Bürgern. Die braucht wiederum das Parteienwesen. Unter all diesen Randgruppen gelten die Kleingärtner als die verträglichsten. Der Gärtner hat ein freudvolles Wesen, aber auch seine liebe Not: Erst war es zu trocken, dann kam auch noch der Regen dazu. Und dann der ständige Uncoolnessverdacht. Daher freut sich der Laubenpieper, wenn wieder ein Wahlkämpfer an der Pforte kratzt. Im Landtagswahlkampf 2014 zogen die Linken durch die Gartensparten. Ein Linken-Abgeordneter forderte jüngst sogar einen Schutzschirm für Kleingärtner. Doch die reifen Früchte erntet jetzt wohl ein anderer: Der Dresdner OB-Kandidat Dirk Hilbert (FDP) "ist mit dem Kleingartenwesen unserer Stadt eng verbunden", schreibt ein Dresdner Gartenfunktionär an seine Kollegen und gibt eine klare Wahlempfehlung für Hilbert ab.

Hilbert sehe eben "nicht den lapidaren Laubenpieper", sondern den "Heger und Pfleger von Flora und Fauna". So ein Empfehlungsschreiben öffnet in der Szene alle Gartentore.