Die Gefahrenzone ist mit Bauzäunen und Warnschildern weiträumig abgesperrt. Mit dem Zufahrtsverbot sollen die Rettungswege freigehalten, aber auch Erschütterungen des Erdreichs weitgehend verhindert werden. Der zehn Meter große Explosionskrater lockte schon am Sonntag zahlreiche Katastrophentouristen an. „Sie kommen sogar mit Kinderwagen“, hat Bürgermeister Dieter Perko (CDU) beobachtet.

In Neuhausen, wo in der vergangenen Woche zwischen den beiden Explosionen zwei Riegelminen aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurden, wird indes intensiv nach weiterer Munition gesucht. Der gut gepanzerte und auch mit Videotechnik ausgestattete Spezial-Bagger soll ab dem heutigen Dienstag das Erdreich in dem etwa 20 Meter großen Loch ausräumen. Schicht für Schicht werde alles nach Minen durchsucht, zehn Stunden am Tag, sagte Mario Büchner, Truppführer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes.

Der Krater liegt nahe der Landesstraße zwischen Groß Oßnig und Neuhausen und 100 Meter entfernt zu Wohnhäusern. Ihre zwölf Bewohner dürfen sich während der Suche nicht mehr in ihren Häusern aufhalten und werden zeitweise evakuiert. Horst Reinhardt vom Kampfmittelbeseitigungsdienst geht davon aus, dass in vier Metern Tiefe weitere Sprengkörper liegen: „Es handelt sich um einen ehemaligen Bombentrichter. Da wurden nach Kriegsende Munition und Schutt eingefüllt.“ Riegelminen wurden von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg als Panzersperren eingesetzt. Lausitz/Brandenburg Seite 3