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Zwei Tote bei Zeltunglück

Nach einem heftigen Unwetter über Südbayern haben die Veranstalter des Chiemsee-Summer-Festivals am Samstag den letzten Tag des Events abgesagt. Im Hintergrund das Riesenrad, an dem vorsorglich einige Gondeln abmontiert wurden.
Nach einem heftigen Unwetter über Südbayern haben die Veranstalter des Chiemsee-Summer-Festivals am Samstag den letzten Tag des Events abgesagt. Im Hintergrund das Riesenrad, an dem vorsorglich einige Gondeln abmontiert wurden. FOTO: dpa
St Johann am Walde. Heftige Unwetter haben vor allem im Süden Deutschlands und im Alpenraum schwere Schäden angerichtet. Bei einem Sturmunglück in Oberösterreich stürzte ein Festzelt mit 650 feiernden Gästen ein – zwei Besucher wurden getötet. Christiane Oelrich

Mindestens 20 Menschen wurden schwer und mehr als 100 leicht verletzt, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Die Menschen seien in Panik davongerannt und hätten versucht, sich zwischen parkenden Autos in Sicherheit zu bringen, berichtete die lokale "Bezirksrundschau". Blutüberströmte Menschen seien umhergeirrt. Das Festgelände liegt in einem Waldgebiet, es sei selbst für die Feuerwehr schwer zugänglich. Bei den Toten handelt es sich um einen 28-jährigen Einheimischen und eine 19-jährige Rumänin, die in der Nähe des Unglücksortes lebte.

Wegen eines heftigen Unwetters musste der letzte Tag des Chiemsee-Summer-Festivals in Bayern komplett abgesagt werden. Die Verwüstung auf dem Gelände bei Traunstein und die Schäden an den Bühnen seien zu groß, sagten die Veranstalter. Rund 50 Menschen mussten am Freitagabend medizinisch versorgt werden.

Das Unwetter mit starken Sturmböen hinterließ eine Spur der Verwüstung: Sogar das für Starkwinde ausgelegte Hauptzelt auf dem Chiemsee Summer sei beschädigt worden. An einem Riesenrad wurden Gondeln nach Polizeiangaben vorsorglich abmontiert.

Auch die Besucher des Festivals blieben nicht verschont: 50 Menschen mussten medizinisch behandelt werden. Darunter auch viele, die durch die Ereignisse verängstigt waren und psychologische Betreuung in Anspruch nahmen, wie die Organisatoren sagten. 20 Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden, teilte ein Pressesprecher mit: "Es gibt keine lebensbedrohlichen Verletzungen, was uns sehr erleichtert."

Die Festival-Veranstalter hatten Verletzte über soziale Netzwerke zu Sanitätern dirigiert. Weil die Campingplätze total verwüstet wurden, öffneten Notunterkünfte für die Besucher.

Laut Deutschem Wetterdienst waren vor allem in Südbayern binnen kurzer Zeit Regenmassen niedergeprasselt. Hinzu kamen den Angaben zufolge schwere Sturmböen. Einige seien mit weit mehr als 100 Kilometern pro Stunde orkanartig gewesen.

Auch in Sachsen musste ein Festival wegen des Unwetters unterbrochen werden: Das Highfield-Festival bei Großpösna konnte allerdings am Samstag weitergehen. Wegen des Abbruchs fielen mehrere Auftritte aus - etwa von Clueso, Bosse, Alligatoah, die 257ers und Billy Talent.

Überflutete Keller, umgestürzte Bäume: Bei heftigen Unwettern wurden im Südwesten Deutschlands mehrere Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Die Polizei und Feuerwehren im Land mussten am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag zu Hunderten Einsätzen ausrücken. Die Schäden lassen sich noch nicht abschätzen. Allein in Heilbronn seien innerhalb von drei Stunden etwa 250 Notrufe eingegangen. Hauptsächlich seien durch Bäume blockierte Straßen, herabgestürzte Dachziegel und vollgelaufene Keller gemeldet worden.

Über Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zogen ebenfalls Unwetter hinweg, besonders traf es am Freitag den Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.

Insgesamt mussten etwa 220 Feuerwehrleute zu etwa 30 Einsätzen ausrücken, wie eine Feuerwehr-Sprecherin sagte. Der Wind habe Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt. Regen und Schlamm überfluteten einige Straßen.