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| 02:39 Uhr

Zwei Tote bei Seebeben vor Kos

Ein riesiger Riss durchzieht die Hafenanlagen im Hauptort Kos auf der gleichnamigen Ägäis-Insel.
Ein riesiger Riss durchzieht die Hafenanlagen im Hauptort Kos auf der gleichnamigen Ägäis-Insel. FOTO: dpa
Kos. Hunderttausende erleben im Urlaubsparadies an der Ägäis einen Albtraum: Ein starkes Seebeben hat in der Nacht zum Freitag die beliebte Reiseregion in Griechenland und der Türkei erschüttert. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben – mehr als 120 weitere wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Takis Tsafos

Betroffen war vor allem die griechische Ferieninsel Kos. "Ich habe gedacht, die Decke kommt runter", sagte Giannis Kapasakalis, Direktor einer der größten Reiseagenturen von Kos. Deutsche sind laut gut informierten Diplomatenkreisen nicht unter den Verletzten.

Auf den Straßen von Kos herrschte Chaos: Viele Touristen, die keine Erdbeben kennen, hätten nicht gewusst, was los war, sagten Anwohner. Zwei junge Männer - ein Türke und ein Schwede - wurden im Urlaub von herabfallenden Trümmern der Decke einer Bar getroffen und starben. Das sagte der Gouverneur der Region Süd-Ägäis, Giorgos Chatzimarkos, im griechischen Rundfunk (ERT). Zum Zeitpunkt des Bebens um 1.28 Uhr Ortszeit waren die Bars von Kos voller junger Menschen.

Das Reiseunternehmen Tui teilte mit, es habe derzeit 6400 Urlauber aus Deutschland vor Ort. Es habe "an einigen wenigen Hotels leichte Schäden" gegeben. Ein Krisenstab des Unternehmens sei aktiviert worden, die Reiseleistungen seien aber nicht eingeschränkt.

Die griechische Erdbebenbehörde gab die Stärke des Bebens mit 6,5 an, die US-Erdbebenwarte (USGS) maß 6,7. Es folgten Dutzende Nachbeben. Seismologen sagten, es sei in den nächsten Tagen mit weiteren Erschütterungen zu rechnen.

Das Seebeben löste einen kleinen Tsunami aus. "Die Wellen waren etwa 60 Zentimeter hoch", sagte der griechische Seismologe Akis Tselentis im Fernsehen. Das reichte für sichtbare Schäden: Mehrere Boote wurden beschädigt, entlang der aufgerissenen Kaimauern lag Geröll. Der Mini-Tsunami traf auch die Küste der zehn Kilometer entfernten türkischen Stadt Bodrum. Entlang der türkischen Küste lagen zahlreiche an Land gespülte Fischerboote.