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| 11:05 Uhr

Wetter kommt auch in Brandenburg nicht zur Ruhe
Zug bleibt nach Unwetter in Geröll und Wasser stecken

Unwetter in Deutschland FOTO: dpa / BeckerBredel
Saarbrücken/Stuttgart/Potsdam. Wieder hat Starkregen Straßen und Keller überflutet. In der Nacht zum Freitag traf es vor allem das Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Am Freitag könnte es weitergehen – auch in Brandenburg.

Der Mai hat sich mit erneut kräftigen Unwettern verabschiedet und auch zum Junibeginn bleibt es in Teilen Deutschlands ungemütlich. Nach den schweren Unwettern der vergangenen Tage erwarten die Meteorologen auch am Freitag im Westen und Norden des Landes teils kräftige Gewitter.

Eine neue Unwetterfront bewege sich voraussichtlich ab dem Morgen aus Richtung Rheinland-Pfalz kommend durch Nordrhein-Westfalen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Es könne auch im Süden gewittern.

Schon in der Nacht zum Freitag hatten in vielen Teilen Deutschlands Unwetter gewütet – wie auch in den Tagen zuvor. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz setzte ein heftiges Gewitter Straßen und Keller unter Wasser. „Die Lage ist dramatisch“, sagte eine Polizeisprecherin in Saarbrücken. Vor allem die Ortschaften St. Ingbert, Blieskastel, Kleinblittersdorf sowie ein Ortsteil von Saarbrücken seien überflutet. „Wir haben wegschwimmende Autos und unterspülte Straßen.“

In den Landkreisen Birkenfeld und Saarburg in Rheinland-Pfalz sowie im Raum Ludwigshafen gab es ebenfalls überflutete Straßen und vollgelaufene Keller, wie ein Polizeisprecher sagte. In Morbach schlug ein Blitz in eine Kapelle ein. Die Turmspitze hatte Feuer gefangen. Das Gebäude selbst brannte aber nicht ab.

Auch über Baden-Württemberg zogen schwere Unwetter hinweg. Besonders betroffen war der Norden des Bundeslandes. Im Raum Mannheim, in Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis kam es zu überfluteten Kellern und Straßen. Auch Stuttgart war betroffen. Vereinzelt stürzten Bäume um. Rund um Karlsruhe flutete Regenwasser Keller und Straßen. Allein beim Notruf der Polizei in Mannheim gingen mehr als 200 Anrufe ein. In Sternenfels schlug ein Blitz in das Dach eines Wohnhauses ein.

 Ein Zug der Deutschen Bahn steht im Wilsecker Tunnel auf den überfluteten Gleisen vor einem Geröllberg. In der Nacht zum Freitag haben in vielen Teilen Deutschlands Unwetter gewütet.
Ein Zug der Deutschen Bahn steht im Wilsecker Tunnel auf den überfluteten Gleisen vor einem Geröllberg. In der Nacht zum Freitag haben in vielen Teilen Deutschlands Unwetter gewütet. FOTO: dpa / Thorsten Pallien

Unwetter gab es zudem weiter nördlich in Niedersachsen. So brannte in Meppen (Landkreis Emsland) am Donnerstagabend ein Wohnhaus nach einem Blitzeinschlag, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand. Heftige Gewitter zogen am Freitagmorgen auch über Nordrhein-Westfalen hinweg. Größere Schäden waren zunächst nicht bekannt.

In Oberfranken in Bayern lösten sich in den Nachtstunden mehrere Schlammlawinen und rutschten nach Polizeiangaben auf Straßen. Teile einer Kreisstraße seien weggespült worden. Allein im Landkreis Wunsiedel waren mehr als 350 Feuerwehrleute im Einsatz. In der Oberpfalz stürzten mehrere Bäume auf Straßen.

Auch im Nachbarland Luxemburg ging viel Regen nieder: Für die Feuerwehr gab es mehr als 100 Einsätze. Betroffen war vor allem die Region des Müllerthals im Osten des Landes, wie das nationale Krisenzentrum mitteilte. 18 Menschen, die vom Wasser eingeschlossen waren, wurden in Sicherheit gebracht. Es gehe ihnen gut, hieß es.

Die Deutsche Bahn warnte auf ihrer Internetseite, dass es in Regionen, die vom Unwetter betroffen sind, am Freitag zu Einschränkungen im Zugverkehr kommen könnte. Am Morgen gab es zunächst keine größeren Behinderungen. In Rheinland-Pfalz hatte die Bahn mit Unwetterschäden zu kämpfen. Auf Bildern war zu sehen, wie ein Regionalexpress am Ausgang eines Tunnels in einer Gerölllawine stecken geblieben war. Auf den Gleisen stand viel Wasser.

Der Deutsche Wetterdienst gab auch zu Beginn des Wochenendes keine Entwarnung: „In der Nacht zum Samstag klingen die teils heftigen Schauer und Gewitter vom Tage zögernd ab.“ Dennoch müsse örtlich mit Starkregen und Hagel „im Unwetterbereich“ gerechnet werden.

Wetterprognose für Ostdeutschland

Brandenburg und Berlin liegen zwischen einem Hoch über Nordosteuropa und einer Tiefdruckrinne über Deutschland, in der schwül-heiße Luft wetterbestimmend ist. In der Folgezeit strömt etwas kühlere aber noch immer sommerlich warme Luft heran.

Bis in die Nacht zum Sonnabend hinein gibt es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) einzelne, nur sehr langsam ziehende starke Gewitter mit Starkregen mit bis 25 l/qm in kurzer Zeit, kleinkörnigem Hagel und Windböen um 60 km/h. Darüber hinaus können räumlich eng begrenzt schwere Gewitter mit heftigem Starkregen bis 40 l/qm in kurzer Zeit, Hagel bis drei Zentimeter und Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von 70 bis 85 km/h auftreten.

Der DWD schließt auch Niederschlagsmengen um die 60 l/qm innerhalb weniger Stunden nicht aus. In der Nacht zum Sonnabend besteht allmählich nachlassende Unwettergefahr, örtlich jedoch weiterhin starke Gewitter mit Starkregen, kleinem Hagel und stürmischen Böen.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird es wieder kühler und trockener. Am Freitag ziehen die Gewitter noch durch Sachsen und Sachsen-Anhalt, wie der Deutsche Wetterdienst in Leipzig am Freitagmorgen mitteilte.

Im Osten Thüringens gibt es anfangs noch vereinzelt Schauer, später wird es aber auch dort trocken. Während in Ostsachsen die Temperaturen auf bis zu 30 Grad klettern, bleibt es im restlichen Sachsen und in Sachsen-Anhalt bei höchstens 25 Grad – in Thüringen sogar nur zwischen 20 und 23 Grad.

In der kommenden Woche ist es dann wieder wechselnd bewölkt und sonnig. Hin und wieder gibt es einzelne Schauer, bei Höchsttemperaturen von 25 Grad.

Unwetter in Deutschland FOTO: dpa / BeckerBredel
(dpa/fh)