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| 15:08 Uhr

Mehr Vorfälle in der Oberlausitz
Jeden dritten Tag ein gesprengter Geldautomat

In Burg (Spreewald) ist Mitte Februar ein Geldautomat gesprengt worden. Die Geschäftsstelle ist dabei schwer verwüstet worden. Die Zahl der Bankomatensprengungen ist laut aktuellem BKA-Lagebericht insgesamt zurückgegangen, in Brandenburg jedoch konstant.
In Burg (Spreewald) ist Mitte Februar ein Geldautomat gesprengt worden. Die Geschäftsstelle ist dabei schwer verwüstet worden. Die Zahl der Bankomatensprengungen ist laut aktuellem BKA-Lagebericht insgesamt zurückgegangen, in Brandenburg jedoch konstant. FOTO: Michael Helbig
Berlin. In Deutschland ist die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten im vergangenen Jahr zurückgegangen. In 129 Fällen waren die Täter aber allerdings erfolgreich.

Die gute Nachricht zuerst: Deutschlandweit hat es 2017 rund 16 Prozent weniger Angriffe auf Geldautomaten gegeben. 268 waren es insgesamt, wie das Bundeskriminalamt am Donnerstag in seinem Lagebericht mitgeteilt hat. „Die Anzahl der Angriffe liegt aber weiterhin deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt, sodass daraus keine Trendwende abgeleitet werden kann“, heißt es im Lagebild des BKA.

Schaut man genauer hin, fällt vor allem auf, dass die Zahl der erfolgreichen Sprengungen genau so hoch ist wie im Vorjahr: 129 mal gelangten die Täter an Geld. Anders ausgedrückt: An jedem dritten Tag im Jahr sind sie erfolgreich.

In der Lausitz sieht die Lage unterschiedlich aus. 22 Fälle gab es 2017 in Brandenburg, ähnlich viele wie im Vorjahr. Zum Jahresende hin nahmen die Angriffe allerdings ab. Möglicherweise auch eine Folge der verstärkten Prävention durch Polizei und Banken. In Sachsen hingegen - bisher kein Schwerpunktgebiet der Banden - nimmt die Zahl der Fälle in jüngster Zeit zu, vor allem in der Oberlausitz.

Erfolge hat die Polizei bei der Zerschlagung der meist auf der Durchreise operierenden Banden zu verzeichnen. 93 Täter konnten 2017 verhaftet werden, die Mehrheit Niederländer mit marokkanischen Wurzeln. Aus Bulgarien stammten 13 Verhaftete, aus Polen sechs. Auffällig sei der hohe Professionalisierungsgrad der Banden, so das BKA. Unterscheiden lassen sich die Banden anhand des genutzten Gasgemisches, das in die Automaten eingeführt wird. Als nach wie vor gefährlich stuft das BKA die Schäden ein, die bei den Sprengversuchen an Gebäuden angerichtet werden. Diese seien oft höher als der Wert des erbeuteten Geldes.

(bob)