ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:35 Uhr

WWF registriert so viele gefährdete Arten wie nie zuvor

Frankfurt/Main.. Die Zahl vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten wächst weltweit, aber es gibt auch Hoffnung.

In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN seien 16 306 Arten als gefährdet eingestuft, so viele wie nie zuvor, teilte die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) gestern in Frankfurt am Main mit. 1996 habe die Rote Liste erst 10 533 bedrohte Arten enthalten.
Dennoch gebe es nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner im Artenschutz. Zu den Verlierern zählt der WWF Gorilla, Thunfisch und Jaguar, zu den Gewinnern Bartgeier, Wolf, Amurtiger und Orchideen.
Drei der vier Gorilla-Unterarten seien inzwischen vom Aussterben bedroht, berichtet der WWF. Neu in diese höchste Gefährdungs-Kategorie aufgenommen wurde 2007 der Westliche Flachlandgorilla. Rücksichtlose Wilderei, das tödliche Ebola-Virus und die unruhige politische Situation in Zentralafrika hätten die Zahl der Tiere in den vergangenen 25 Jahren um 60 Prozent schrumpfen lassen. Um ihr Fleisch zu verkaufen, Nahrungskonkurrenten auszuschalten oder Gorilla-Köpfe und -Hände als Trophäen zu verkaufen, würden die Tiere gejagt und zerstückelt.
Vor dem Kollaps stehe der Bestand des Roten Thunfischs, weil die europäischen Fischereiflotten ihre Fangquoten massiv überschritten hätten. Dem Jaguar, der ursprünglich vom Süden der USA bis nach Argentinien vorkam, seien nur wenige Rückzugsgebiete geblieben. Das Verbreitungsgebiet der Raubkatze habe sich in den vergangenen Jahrzehnten um 50 Prozent verringert, die Zahl der Tiere sei seit 1990 dramatisch gesunken.
Intensive Schutzmaßnahmen haben nach Ansicht des WWF allerdings auch einigen Arten geholfen: In der Schweiz seien im Frühling erstmals seit 122 Jahren junge Bartgeier geschlüpft, in den gesamten Alpen lebten heute rund 100 Bartgeier. Dies wertet der WWF als Erfolg für das internationale Wiederansiedlungsprojekt seit 1979. Nachwuchs in freier Wildbahn gab es auch für den Wolf - unter anderem in der Lausitz. (dpa/ta)