ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:53 Uhr

Nordkorea
Wissenschaftler befürchten Einsturz von Atomtestanlage

Seoul. Chinesische Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Atomtestanlage in Nordkorea nach einer Explosion im vergangenen Jahr nicht mehr nutzbar ist. Experten aus Kalifornien haben daran Zweifel.

Chinesische Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Atomtestanlage in Nordkorea nach einer Explosion im vergangenen Jahr nicht mehr nutzbar ist. Experten aus Kalifornien haben daran Zweifel.

Experten haben Zweifel an einer Studie chinesischer Wissenschaftler geäußert, wonach Nordkoreas Atomtestanlage Punggye Ri nach einer massiven Explosion vom Vorjahr nicht mehr nutzbar sei. Der Berg Mantap auf dem Testgelände im Nordosten des Landes sei "nicht eingestürzt und es gibt keinen Beweis, dass er unbenutzbar ist", schrieb Jeffrey Lewis vom kalifornischen Middlebury Institute of Strategic Studies am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Zuvor hatten Seismologen der Chinesischen Universität für Wissenschaft und Technik berichtet, dass ein Erdbeben der Stärke 6,3 im September Teile des Berges zum Einsturz gebracht habe. Das Erdbeben war bereits im Oktober mit den Atomtests in Verbindung gebracht worden. Das Gestein leide womöglich unter dem "Tired Mountain Syndrome" (Müder Berg Syndrom), hieß es damals bei US-Experten.

Kim Jong Un hat Anlage geschlossen

In ihrer Studie kamen die chinesischen Wissenschaftler nun zu dem Schluss, dass der Kollaps des Berges "die unterirdische Infrastruktur" für "künftige Atomtests" wohl unbenutzbar gemacht hat.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte am Samstag angekündigt, vorerst keine Atom- und Raketentests mehr durchzuführen und die Atomtestanlage Punggye Ri zu schließen. Kritiker hatten nach Kims Ankündigung mit Verweis auf den Zustand des Gebiets von einem "leeren Zugeständnis" vor dem Gipfeltreffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae In und dem geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump gesprochen.

Weitere Zweifel

Lewis widersprach am Donnerstag: Selbst wenn Teile des für Atomtests genutzten Tunnelsystems in dem Berg eingestürzt seien, gebe es Ausweichmöglichkeiten in anderen Bergen. Kim habe wegen der Gipfeltreffen eingewilligt, die Atomtests auszusetzen, "nicht weil sein nuklearer Testberg kollabiert ist", erklärte Lewis.

Auch die renommierte Website "38 North" zweifelte an dem Bericht der Chinesen. Es gebe keine Basis für die Schlussfolgerung, dass das Testgelände nicht länger für Atomtests zu gebrauchen sei, hieß es auf der Website.

(eler)