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| 14:01 Uhr

Gewitter und Hitze bis 33 Grad
„Wilma“ macht Wetter und bringt Gewitter

Das ist immer noch die beliebteste Methode, um sich derzeit etwas abzukühlen. Und es soll noch wärmer werden.
Das ist immer noch die beliebteste Methode, um sich derzeit etwas abzukühlen. Und es soll noch wärmer werden. FOTO: Ralf Hirschberger
Offenbau/Potsdam. Das Tief beschert Deutschland derzeit sommerliche Temperaturen um die 30 Grad. Von Frank Hilbert

  Kurze Hosen, T-Shirts und Sandalen sind am letzten Mai-Wochenende für viele Menschen die beliebteste Kleidung. Das Tief „Wilma“ trieb die Temperaturen in Deutschland hoch. Viele nutzten die sommerliche Wärme für Freizeitvergnügen im Freien. In der neuen Woche soll es bis zu 33 Grad heiß werden. Neue Hitzerekorde für die Jahreszeit erwartete der Deutsche Wetterdienst (DWD) aber nicht: „Derart hohe Temperaturen sind für Ende Mai keine Seltenheit“, sagte die DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn am Samstag.

Ins Schwitzen kamen die etwa 17 000 Teilnehmer des größten europäischen Crosslaufs, des 46. Rennsteig-Laufs in Thüringen. Abkühlung für die Läufer und Wanderer kam unter anderem aus Gartenschläuchen. Beim 17. Japan-Tag in Düsseldorf traten bunt kostümierte Cosplayer auf - und Sumo-Ringer unter freiem Himmel gegeneinander an.

Wer Abkühlung suchte, fand sie auf der Zugspitze. Auf Deutschlands höchstem Gipfel kletterten die Temperaturen selbst zur Mittagszeit kaum über fünf  Grad. Für Ende Mai sei das auf einer Höhe von 2962 Meter trotzdem recht sommerlich, sagte der örtliche DWD-Meteorologe. Von einem Mai-Rekord sei man dennoch weit entfernt. „Den hatten wir am 30. Mai 1979. Damals wurden hier oben 14,8 Grad gemessen.“

Ungewöhnlicher sei für die Jahreszeit hingegen die Fernsicht, die Ausflügler am Samstag auf der Zugspitze genossen: 130 Kilometer weit habe der Blick gereicht. „Im Sommer haben wir wegen der jahreszeitlich üblichen Dunstschichten oft nur eine Fernsicht von 30 bis 60 Kilometern“, erklärte der Wetterbeobachter.

Die weiteren Aussichten: Nach den Unwettern der vergangenen Tage mit Überschwemmungen und Hagel steigt die Gewittergefahr erneut. Im sächsischen Bad Elster waren am Donnerstag binnen zwölf Stunden 150 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen; Feuerwehr und Technisches Hilfswerk rückten zu Hunderten Einsätzen aus. Am Freitag normalisierte sich die Lage im Vogtland wieder.

Von Sonntagabend an strömt Meteorologin Kernn zufolge feuchte Luft nach Deutschland. Sie kann zunächst im Südwesten, im Laufe der kommenden Woche auch im Norden und Osten Deutschlands zu kräftigen Schauern und Gewittern führen. Der Regen sei vor allem im Norden und Nordosten nötig: „Stellenweise sind weniger als 10 Prozent der sonst normalen Regenmenge im Mai gefallen.“

Im Nordosten Niedersachsens etwa war die Waldbrandgefahr wegen der Trockenheit enorm gewachsen. Für weite Landstriche zeigte der Gefahrenindex des DWD am Samstag die höchste Warnstufe 5 an. Pflanzen und Böden seien stark ausgetrocknet, hatten die Landesforsten gewarnt. Die Waldbrandzentrale in Lüneburg ist bereits seit Mitte März wieder besetzt - dort laufen Bilder und Daten der 20 Waldbrandüberwachungskameras in Niedersachsen zusammen.

Den Robinien in Brandenburg machte die Hitze aber wenig aus. Forstleute, Imker und Gärtner vermeldeten eine Rekordblüte der erst seit dem 17. Jahrhundert in Deutschland heimischen Bäume, teilte das Forstministerium am Samstag mit. Der aus Nordamerika stammende Baum, auch Akazie genannt, komme sehr gut mit dem sandigen märkischen Boden und den klimatischen Bedingungen zurecht. Bienen sammeln Nektar in den Blüten und produzieren den begehrten Akazien-Honig. Bis Mittwoch werden die Temperaturen im Land Brandenburg noch Rekordwerte von 30 bis 33 Grad erreichen. Ab dann geht es dann leicht abwärts. Angenehme 23 bis 25 Grad sind dann zu erwarten. Die Sonne wird sich auch weiter zeigen. Einige Wärmegewitter sind zu erwarten, erklärte der Deutsche Wetterdienst.

In Sachsen sei  in den kommenden Tagen vereinzelt mit Starkregen und örtlichen Gewittern besonders im Osterzgebirge und in der Lausitz zu rechnen, sagte ein Sprecher am Samstag.

Nach den sintflutartigen Niederschlägen am Donnerstag werde sich die Lage im Vogtland dagegen weiter beruhigen. Die höchste Niederschlagsmenge hatte es dort in der Kurstadt Bad Elster gegeben. Binnen zwölf Stunden waren dort 150 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Straßen und Schienen waren überflutet, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk mussten zu Hunderten Einsätzen ausrücken. Bereits am Freitag waren die Pegelstände der Weißen Elster jedoch wieder gesunken.

Zu den Schattenseiten des Sommerwetters vom Wochenende gehören mindestens zwei tödliche Badeunfälle. In Bayern ertrank ein 24-Jähriger, in Niedersachsen ein 50-Jähriger. Eine weitere männliche Leiche wurde am Sonntag in einem See in Salzgitter entdeckt. Eine Frau hatte Feuerwehr und Polizei alarmiert, nachdem sie am Morgen eine im Wasser treibende Person gesehen habe. Nach Angaben der Polizei war aber noch völlig unklar, wie der Mann ums Leben kam. Der Tote werde in der Rechtsmedizin in Hannover untersucht.