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| 13:10 Uhr

NABU veröffentlicht Zwischenergebnisse der „Stunde der Wintervögel“
Wieder mehr Vögel in deutschen Gärten

Ein Haussperling (Passer domesticus) sitzt am 5. Januar 2018 in einem Garten in Bargteheide (Schleswig-Holstein) auf einer Futterstation für Wildvögel. Der Haussperling kommt laut den Zwischenergebnissen der Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ mit im Schnitt 5,7 Exemplaren je Garten am häufigtsen vor.
Ein Haussperling (Passer domesticus) sitzt am 5. Januar 2018 in einem Garten in Bargteheide (Schleswig-Holstein) auf einer Futterstation für Wildvögel. Der Haussperling kommt laut den Zwischenergebnissen der Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ mit im Schnitt 5,7 Exemplaren je Garten am häufigtsen vor. FOTO: Markus Scholz / dpa
Deutschland. In deutschen Gärten und Parks halten sich deutlich mehr Vögel auf als im Vorjahr. Das hat die achte bundesweite „Stunde der Wintervögel“ ergeben. Zum achten Mal haben der Naturschutzbund NABU und der Landesbund für Vogelschutz Bayern zu der Aktion aufgreufen. Zwischen 5. und 7. Januar war Aufmerksamkeit gefragt. Vor allem Arten die sich 2017 rar gemacht hatten, haben wieder ihren Weg die Gärten zurückgefunden, allen voran Meisen, aber auch Kleiber, Buntspecht und Kernbeißer.

Die Zwischenbilanz der achten bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ zeigt: Der vergangene Winter mit den sehr geringen Vogelzahlen war offenbar eine Ausnahme. „Von den meisten Arten wurden bei der Stunde der Wintervögel in diesem Jahr wieder ähnlich hohe Zahlen gemeldet wie im langjährigen Durchschnitt“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die besonders geringen Vogelzahlen vom Vorjahr waren also ein Ausreißer und haben sich zum Glück nicht wiederholt.“ Allerdings sei die Zahl der gemeldeten Wintervögel pro Garten im langjährigen Trend leicht rückläufig. „Nach den bisherigen Zwischenergebnissen wurden in diesem Jahr knapp 39 Vögel pro Garten gesichtet. Bei der ersten Zählung 2011 waren es noch 46. Im vergangenen Jahr waren es jedoch sogar nur 34 Vögel“, so Miller.

ARCHIV - Eine Kohlmeise ist am 29. Dezember 2017 in einem Garten in Sieversdorf (Brandenburg) zu sehen. In Deutschland gibt es wieder mehr Wintervögel. Das ist das Zwischenergebnis der „Stunde der Wintervögel“, eine Aktion von NABU und dem Landesverband für Vogelschutz. Die Kohlmeise wurde am zweithäufigsten gezählt.
ARCHIV - Eine Kohlmeise ist am 29. Dezember 2017 in einem Garten in Sieversdorf (Brandenburg) zu sehen. In Deutschland gibt es wieder mehr Wintervögel. Das ist das Zwischenergebnis der „Stunde der Wintervögel“, eine Aktion von NABU und dem Landesverband für Vogelschutz. Die Kohlmeise wurde am zweithäufigsten gezählt. FOTO: Patrick Pleul / dpa

An den bisher erfassten Meldungen zeigen sich Auswirkungen des milden Winters auf das Zugverhalten einiger Teilzieher. „Wie im Vorjahr blieben Stare und Heckenbraunellen vermehrt bei uns. Auch eigentliche Zugvögel wie Bachstelzen, Hausrotschwänze und Zilpzalpe wurden deutlich häufiger gemeldet als sonst“, so NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion. „Durch die milden Winter der vergangenen Jahre können diese Arten vermehrt in Deutschland erfolgreich überwintern. Gleichzeitig ließen sich Meisen, Finken und Eichelhäher diesmal nicht davon abhalten, aus dem Norden und Osten zu uns zu ziehen.“ Mildes Wetter allein reiche aber nicht aus, um eine geringe Zahl an Wintervögeln in den Gärten vorherzusagen. Auch Faktoren wie das Angebot an Baumsamen im Wald und das Wetter in anderen Teilen Europas spielten eine Rolle.

Der Haussperling ist mit im Schnitt 5,7 Exemplaren pro Garten wieder der am häufigsten gemeldete Vogel. Die Kohlmeise (5,3) hat den Abstand zur Spitze wieder verkleinert. In diesem Jahr hat sie den Titel der am weitesten verbreiteten Art ergattert. In 96 Prozent aller Gärten und Parks wurde sie gesichtet und verdrängt damit die Amsel als bisherigen Spitzenreiter.

Bei den Teilnehmerzahlen bei der Stunde der Wintervögel geht es offenbar weiter nach oben. Mit über 90 000 Teilnehmern bis zum Dienstag, 9. Januar, die ihre Sichtungen aus über 60 000 Gärten und Parks dem NABU und seinem bayerischen Partner LBV gemeldet haben, deutet sich erneut ein Rekord an. Noch bis zum 15. Januar können Zählergebnisse nachgemeldet werden, auch die Eingabe der postalisch eingegangenen Meldungen steht noch aus.

Außerdem findet noch bis zum 12. Januar die „Schulstunde der Wintervögel“ von der Naturschutzjugend NAJU statt. Im Rahmen der Aktion sind LehrerInnen und GruppenleiterInnen aufgerufen, mit Kindern Vögel kennenzulernen, zu beobachten und auch zu zählen. Diese Ergebnisse werden ebenfalls auf einem Meldebogen festgehalten und zur Auswertung an den NABU gesendet.

Die Endauswertung der gesamten Ergebnisse von der „Stunde der Wintervögel“ der „Schulstunde der Wintervögel“ ist für Ende Januar geplant.

(pm/lsc)