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| 02:39 Uhr

Wenn Abfangjäger aufsteigen

Das ist nochmal gut gegangen: Passagiere einer Maschine der Korean Air mussten unfreiwillig im Flughafen Stuttgart (Baden-Württemberg) übernachten.
Das ist nochmal gut gegangen: Passagiere einer Maschine der Korean Air mussten unfreiwillig im Flughafen Stuttgart (Baden-Württemberg) übernachten. FOTO: dpa
Stuttgart. Gleich zweimal an einem Wochenende steigen Bundeswehrjets auf, weil der Funkkontakt zu Passagierflugzeugen verloren gegangen ist. Antonia Lange

Es sind oft Minuten lähmender Ungewissheit. Wenn der Funkkontakt zu einem Flugzeug abbricht, müssen deutsche Behörden das Schlimmste annehmen: Wurde der Flieger entführt? Handelt es sich um einen Terroranschlag? Meldet sich die Besatzung dann tatsächlich nicht mehr, steigen Bundeswehrjets auf. Passiert ist das am Wochenende gleich zwei Mal - erst in der Grenzregion von Hessen und Bayern, danach über Stuttgart.

"Der häufigste Grund, dass die Luftwaffe angefragt wird, ist, dass kein Funkkontakt hergestellt werden kann", sagt ein Sprecher der Luftwaffe. Etwa ein bis zwei Mal im Monat rücken Abfangjäger ihm zufolge bundesweit aus, weil der Funkkontakt unterbrochen ist. Dass sie eine Maschine tatsächlich zum Landen zwingen - so wie am Samstagabend in Stuttgart - sei aber "eine Besonderheit".

Die Boeing 777 der Korean Air war mit 211 Passagieren auf dem Weg von Seoul nach Zürich, als der Funkkontakt abbrach. Daraufhin stiegen die Eurofighter auf, was im Großraum Stuttgart zu zwei Überschallknallen führte. Nachdem das Flugzeug gelandet war, wurde der Polizei zufolge festgestellt, dass das Funkgerät defekt war.

Eine Zwangslandung wegen abgebrochenen Funkkontakts ist auch nach Einschätzung des Stuttgarter Flughafens eine Seltenheit. "Hier war das eine Premiere", sagt Sprecherin Beate Schleicher. Sie erinnere sich nur an einen Fall mit unterbrochenem Funkkontakt - und der liege viele Jahre zurück.

Erst am Vorabend hatte eine ägyptische Passagiermaschine Überschallflüge zweier Bundeswehrjets in der Grenzregion von Hessen und Bayern ausgelöst. Auch in dem Fall hatten die deutschen Behörden keinen Funkkontakt herstellen können. Der Grund war ebenfalls harmlos: Die Besatzung hatte nach ersten Erkenntnissen eine falsche Frequenz eingestellt.

"Die beiden Fälle haben nichts miteinander zu tun", erklärt der Experte der Luftwaffe. Warum sich die Einsätze der Abfangjäger aber gerade jetzt häufen? "Es hängt damit zusammen, dass Ferienzeit ist", sagt er. "Das ist wie auf der Autobahn: Wenn da mehr unterwegs sind, passiert auch mehr."