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Wende im Mordfall Wunderlich

Zwickau. () Überraschende Wende im Prozess zu einem Mord aus DDR-Zeiten: Acht Monate nach der Auftaktverhandlung könnte sich der Angeklagte zu den Tatvorwürfen äußern. Wie das Landgericht Zwickau am Montag mitteilte, haben die Verteidiger um eine Verhandlungspause gebeten, um mit dem Angeklagten die bisherigen Ergebnisse der Beweisaufnahme und die Frage der Einlassung zur Sache zu erörtern. dpa/sm

Aus Verteidigersicht sei es immer eine Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens über eine Einlassung nachzudenken, sagte Verteidiger Andreas Bönisch.

Fortgesetzt wird der Prozess am 16. August. Dann könnte es auch bereits zu den Plädoyers kommen.

Wie die Verteidigung erklärte, sei vereinbart worden, dass mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Angeklagten pro Verhandlungstag nur eine Prozesspartei ihren Schlussvortrag hält.

Der Angeklagte Helmut S. hatte bisher zu den Tatvorwürfen geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft legt dem Frührentner (62) aus dem thüringischen Gera zur Last, die damals 18-jährige Heike Wunderlich am 9. April 1987 nahe Plauen im Vogtland vergewaltigt und erdrosselt zu haben. Die Ermittler waren dank verbesserter Methoden bei der DNA-Analyse auf seine Spur gekommen.

Einen Antrag der Verteidigung, den DNA-Spezialisten als Zeugen zu vernehmen, der diese Spur gefunden hatte, lehnte der Richter am Montag ab.