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| 02:57 Uhr

Weltkriegsbombe in Oranienburg gesprengt

Am Sprengkrater in Oranienburg.
Am Sprengkrater in Oranienburg. FOTO: dpa
Oranienburg. Aufatmen in Oranienburg: Eine weitere Weltkriegsbombe ist unschädlich gemacht worden. Noch während der heiklen Sprengungsaktion wurde der nächste Blindgänger entdeckt. Haiko Prengel und Georg-Stefan Russew

Die Weltkriegsbombe in Oranienburg (Oberhavel) ist ohne größere Komplikationen gesprengt worden. Mitten im Stadtgebiet explodierte der Blindgänger am Mittwochnachmittag mit einem lauten Knall. Die befürchteten Schäden blieben aus. Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) zeigte sich erleichtert: "Einige kleine Risse in Häuserwänden, zerborstene Dachluken: Das ist wohl alles, was passiert ist", sagte Laesicke. Um die mehrere Zentner schwere Bombe war ein zwei Kilometer großer Sperrkreis in der Innenstadt gebildet worden. 12 000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen oder konnten ihre Arbeitsplätze nicht erreichen. Auch der Auto- und Bahnverkehr waren gestört. Seit dem frühen Morgen war das Zentrum von Oranienburg eine Geisterstadt.

Erst vor zwei Wochen war bei der Sprengung einer Bombe in der Kreisstadt ein Einfamilienhaus zerstört worden. Verletzt wurde dabei niemand, aber der Schrecken saß vielen Bürgern noch in den Knochen.

Auch die Bombe vom Mittwoch lag dicht an einem mehrgeschossigen Wohngebäude. Die Sprengung verzögerte sich dann laut Stadtverwaltung um etwa eine Stunde, weil sich die Evakuierung von mehreren Pflegeheimen in die Länge zog. Außerdem musste sich die Polizei um eine Gruppe von Jugendlichen kümmern, die in den Sperrkreis eingedrungen waren. Kurz nach Mittag konnten die Sprengmeister dann endlich loslegen. Kurz nach 13 Uhr ließen sie den Blindgänger kontrolliert explodieren. Eine dicke 80 Meter hohe Staubwolke wurde aufgewirbelt. "Es ist gelungen, die Bombe unschädlich zu machen und die Druckwelle nach oben abzuleiten", sagte Sprengmeister Horst Reinhardt.

Die Oranienburger haben mit der Entschärfung oder Sprengung von Bomben viel Erfahrung: Seit 1990 wurden 175 Weltkriegsbomben unschädlich gemacht. Zeit zum Verschnaufen gibt es kaum: Während der Sprengungsaktion wurde nahe der Stadt ein weiterer Blindgänger entdeckt: Eine Fünf-Zentner-Bombe in den Havelwiesen. Sie soll am Freitag gesprengt werden.