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Was passierte auf dem Flug 4U9525?

In Haltern gedachten Schüler der Opfer des Germanwings-Unglücks vor zwei Jahren.
In Haltern gedachten Schüler der Opfer des Germanwings-Unglücks vor zwei Jahren. FOTO: dpa
Berlin. Ausgerechnet am Jahrestag des Germanwings-Absturzes wendet sich der Vater von Copilot Lubitz an die Öffentlichkeit. Ein Experte hat die Daten von Flug 4U9525 analysiert. Frank Christiansen

Der Tod von 150 Menschen wirft für ihn noch immer Fragen auf.

Aussage: Die Ermittler seien von einem dauerdepressiven Copiloten Andreas Lubitz ausgegangen.

Fakten: Die Staatsanwaltschaft versichert, das habe sie nie behauptet. Vielmehr sei Lubitz 2009 wegen einer Depression erfolgreich behandelt worden. Erst Ende 2014 hätten sich dann Symptome gezeigt, die auf eine neue (psychische) Erkrankung deuteten. Fachärzte hätten aber diesmal keine Depression diagnostiziert, sondern eine andere Störung.

Aussage: Die Ermittler seien voreingenommen gewesen.

Fakten: Die Ermittlungen waren aufwendig, haben lange gedauert und füllen 19 000 Blatt Papier. Außerdem waren damit Ermittlungskommissionen mit einer größeren Zahl Polizisten befasst sowie Experten der französischen und der deutschen Flugunfalluntersuchung. Experte Tim van Beveren greift die Aussagen des französischen Staatsanwalts 48 Stunden nach dem Absturz als verfrüht an. Doch sollten deswegen auch alle anderen voreingenommen gewesen sein?

Aussage: Die These von der Alleinschuld von Andreas Lubitz sei unhaltbar.

Fakten: Auch wenn es für den Vater des Copiloten schwer zu ertragen sein mag: Die Indizien sprechen fast alle gegen seinen Sohn. Der recherchierte vor dem Todesflug im Netz nach Selbstmordmethoden, in seinem Gewebe wurden zwei Antidepressiva festgestellt, wie die Ermittler feststellten. Er hatte eine depressive Vorerkrankung und Angst zu erblinden, er manipulierte schon beim Hinflug kurz die Flughöhe am Autopiloten und beschäftigte sich mit dem Schließmechanismus der Cockpittür.

Aussage: Van Beveren behauptet, er habe Hinweise auf eine Crew, die sich in dem Unglücksjet schon einmal selbst ausgesperrt habe.

Fakten: Erfahrene Verkehrspiloten weisen darauf hin, dass so etwas am Boden unter bestimmten Umständen vorkommen könnte, schließen es in der Luft aber aus. In der Regel ist die Cockpittür im Flug elektronisch verriegelt und wird von der Crew erst geöffnet, wenn ein Besatzungsmitglied um Einlass bittet. Im Notfall kann ein Crewmitglied auch von außen per Notfall-Code die Tür entriegeln. Piloten können aber auch diesen Mechanismus umgehen, wenn sie von innen bewusst den Schalter auf "lock" (Verriegeln) stellen. Der Copilot hat nach Überzeugung der Ermittler den Chefpiloten ausgesperrt, sein Klopfen ignoriert und die Maschine auf Kollisionskurs programmiert. Das alles auf gleichzeitiges technisches Versagen zurückzuführen, bei plötzlicher Ohnmacht des Copiloten, scheint abwegig.

Aussage: Andreas Lubitz könnte bewusstlos gewesen sein.

Fakten: Seine Atemzüge sind auf dem Stimmrekorder zu hören.

Aussage: Luftlöcher könnten dazu geführt haben, dass Lubitz eine niedrigere Flughöhe wählte und die Maschine abstürzte.

Fakten: Die Flughöhe wurde nicht nur niedriger, sondern auf Kollisionskurs gestellt. Zudem hätte ein Höhen-Wechsel mit den Lotsen abgestimmt werden müssen.