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| 18:42 Uhr

Unglück
Vier Tote bei Kollision von Hubschrauber und Flugzeug

Polizisten und Feuerwehrleute sichern die Unfallstelle bei Oberhausen-Rheinhausen (Baden-Württemberg).
Polizisten und Feuerwehrleute sichern die Unfallstelle bei Oberhausen-Rheinhausen (Baden-Württemberg). FOTO: Uli Deck / dpa
Oberhausen. Beim Zusammenstoß eines Sportflugzeuges mit einem Rettungshubschrauber sind bei Karlsruhe vier Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück passierte nach Polizeiangaben gegen Dienstagmittag in Baden-Württemberg zwischen dem Ortsteil Rheinhausen und dem Erlichsee. Von Christina Zäpfel und Christopher Töngi

Das bei der Kollision mit einem Rettungshubschrauber bei Oberhausen zerstörte Kleinflugzeug stammte von der Flugschule Basel. Dies berichteten Behördenvertreter gestern bei einer Pressekonferenz am Abend in Oberhausen. Bei den vier Todesopfern handele es sich ausschließlich um Männer – die beiden Helikopterpiloten sowie die zwei Flugzeuginsassen.

Ein Zeuge habe beobachtet, wie das Flugzeug plötzlich aus den Wolken kam und mit dem Hubschrauber kollidierte. Die Maschine der Deutschen Flugrettung sei am Baden-Airport gestartet und habe sich auf einem Überprüfungsflug befunden. Ob die Überprüfung technischer Natur war oder die fliegerischen Fähigkeiten des Piloten im Mittelpunkt standen, konnten die Behördenvertreter nicht beantworten. Bei der Flugschule Basel handelt es sich um eine der größten Flugschulen der Schweiz.

Die beiden Maschinen waren mittags zwischen Rheinhausen und dem Erlichsee, einem beliebten Baggersee samt Campingplatz, unweit des Kernkraftwerks Philippsburg abgestürzt. Das Kleinflugzeug war nach Behördenangaben im Landeanflug auf den Flugplatz Speyer. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, war noch völlig unklar.

Einsatzkräfte von Rotem Kreuz, Feuerwehren und Polizei waren vor Ort. Aus Nachbarorten wie Altlußheim oder Hockenheim kamen Feuerwehren zu Hilfe. Gegen 13 Uhr war der Notruf eingegangen. Auch das Technische Hilfswerk wurde zur Unterstützung angefordert. Hubschrauber kreisten über der Absturzstelle, so berichteten BNN-Reporter. Auch Polizeiboote suchten zwischenzeitlich den Erlichsee ab. Aus Braunschweig haben sich jetzt drei Ingenieure der Bundesstelle für Fluguntersuchung (BFU) auf den Weg gemacht, um ihre Untersuchungen noch in der Nacht zu beginnen. Sie ermitteln, wie es zu den Unglück kommen konnte.

Auch der Bürgermeister von Oberhausen-Rheinhausen war vor Ort. Er bestätigt die erste Angabe von vier Toten gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN). Die Feuerwehr sicherte die Absturzstelle großräumig ab. Über die Ursache des Absturzes gibt es noch keine Erkenntnisse. Die Polizei sprach von einem „Luftunfall“. Die Ursachensuche könne Wochen oder gar Monate dauern, erklärte der Pressesprecher der BFU gegenüber den BNN.

Die Einsatzkräfte richten sich auf einen langen Einsatz ein, so berichtet es die Polizei. Trümmerteile sind sowohl in den See gefallen, als auch ans Ufer und ins Feld. Sogar in den entlegenen Rheinhausener Blausee seien Trümmerteile gefallen. Das berichten Augenzeugen. Auch Notfallseelsorger seien angefordert. Das Kieswerk wird als Einsatz-Sammelstelle eingerichtet. Mittlerweile wurde Flutlicht aufgebaut, um die Ursachenforschung in der Nacht fortzusetzen. Zwischenzeitlich waren immer wieder neue Flammen an der Absturzstelle zu sehen. Offenbar gerät das Kerosin der Maschinen in Brand.

Nach BNN-Informationen handelte sich bei dem Hubschrauber um eine Maschine der Luftrettung, ein Ausbildungsflug, der am Baden Airpark in Söllingen gestartet ist. Es ist aber nicht der Rettungshubschrauber der Region Karlsruhe, Christoph 43. Die Sportmaschine ist wohl auf dem Flugplatz in Basel losgeflogen. Am Flugplatz Speyer gibt keiner eine Auskunft, „aus Datenschutzgründen“, wie es auf Anfrage heißt. Bei dem Kleinflugzeug handelt sich es um eine Piper Aircraft 28 Cherokee.

Der Erlichsee ist vor allem ein beliebtes Naherholungsgebiet für den gesamten nördlichen Landkreis und für die Rhein-Neckar-Region. Er befindet sich nur wenige Luftkilometer vom Atomkraftwerk Philippsburg entfernt. Auch für Camper und Dauercamper ist er ein beliebtes Ziel. Der Campingplatz sei aber in den Wintermonaten verweist. Die Unglücksstelle befindet sich nur wenige Hundert Meter vom Modellflugplatz Oberhausen entfernt.

Am Baden-Airport in Söllingen hat die Deutsche Rettungsflugwacht ihr Operation-Center mit einer großen Hubschrauberwerft angesiedelt. An elf Wartungsdocks können die Hubschrauber der einzelnen Luftrettungsstationen in Deutschland gewartet werden. Zudem ist auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden die Einsatzzentrale zur Koordination weltweiter Einsätze mit kleinen Lear-Jets und die Zentrale Koordinierungsstelle für Baden-Württemberg vertreten.

Neben der Werfthalle hat die DRF ein zweigeschossiges Verwaltungsgebäude auf dem Regionalflughafen gebaut, in dem auch Fortbildungen stattfinden. Die Helikopter der DRF tragen alle den Namen „Christoph“ sowie eine Nummer. Der früher in Karlsruhe am St. Vincentius-Krankenhaus stationierte „Christoph 43“ ist seit dem Frühjahr 2016 wegen eines Klinikneubaus ebenfalls auf dem Baden-Airport stationiert. Diese Maschine ist von dem Unglück allerdings nicht betroffen. Es handelte sich um einen anderen DRF-Helikopter.