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Vier Stunden royaler Glanz

Spaß beim Brezel-Formen: Prinz William und Herzogin Kate bekommen Hilfe von Bäcker Andreas Göbes (r.).
Spaß beim Brezel-Formen: Prinz William und Herzogin Kate bekommen Hilfe von Bäcker Andreas Göbes (r.). FOTO: dpa
Heidelberg. Der hohe britische Besuch von Prinz William und Herzogin Kate hat die Neckarstadt Heidelberg in Aufregung und Begeisterung versetzt. dpa/sm

Tag zwei der royalen Deutschlandtour: Für Prinz William und Herzogin Kate (beide 35) gab es am Donnerstag in Heidelberg ein volles Programm zwischen Krebsforschung, Brezelrollen und Rudern auf dem Neckar. Der pünktlich zum Besuch einsetzende, typisch britische Regen störte da beim Jubeln, Selfiesmachen, Fähnchenschwenken und Händeschütteln gar nicht - er wurde einfach weggelächelt.

Zum Start am Mittag ließen sich die jungen Royals im renommierten Deutschen Krebsforschungszentrum informieren. Prinz William - ganz Gentleman - ließ seine Frau zuerst ins Mikroskop der Forscher blicken. "Lady first", sagte der Prinz. Michael Baumann, einer der Chefs des Forschungszentrums, beschrieb die Royals anschließend als "sehr interessiert und sehr informiert".

Als Gastgeschenk des Landes Baden-Württemberg bekamen William und Kate eine Kuckucksuhr mit britischer Flagge. Es handele sich um eine Sonderanfertigung, teilte das Staatsministerium mit. Für die Kinder Prinzessin Charlotte (2) und Prinz George (3) gebe es Teddybären der baden-württembergischen Traditionsfirma Steiff mit eingestickten Vornamen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und seine Frau Gerlinde begleiteten das Paar durch die Innenstadt. Kretschmann hob auch die Bezüge der Stadt Heidelberg und des Landes Baden-Württemberg zu Großbritannien und der königlichen Familie hervor. So sei etwa das Elisabethentor am Heidelberger Schloss nach der englischen Prinzessin Elisabeth Stuart benannt, einer Vorfahrin von William. "Sie hat vor 400 Jahren hier einige glückliche Jahre verbracht."

Heidelberg und Cambridge sind Partnerstädte. "Dieser Besuch ist eine enorme Ehre für uns", sagte Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos). Heidelberg wolle sich dem Paar als Wissenschaftsstadt und Romantik-Juwel präsentieren.

Nach einem Besuch auf dem Uni-Campus zum Start besuchten Prinz William und Herzogin Kate das Heidelberger Rathaus und spazierten durch die teilweise abgesperrte Altstadt. Auf einem deutsch-britischen Markt übten sich die jungen Royals dann im Formen von Brezeln - und hatten sichtlich Spaß daran.

Rund 300 geladene Ehrengäste auf dem Marktplatz trugen kleine Anstecker mit gekreuzter deutscher und britischer Fahne am Revers. Auf der Speisekarte: Fish and Chips und Currywurst. William fragte einen Winzer, ob er immer Wein trinken müsse - und kommentierte dann: "That's a hard job!" Nebenan informierte er sich über Naturlimo. "Ohne künstliche Stoffe? Das ist fantastisch." Und am Stand der Heidelberger Bonbonmanufaktur rollten beide Zuckerstangen.

Dann wurde es sportlich: William und Kate traten jeweils am Steuer eines deutsch-britischen Ruder-Achters auf dem Neckar gegeneinander an. An den Paddeln saßen gemischte Teams aus Heidelberg und der Partnerstadt Cambridge. Am Ufer verfolgten Tausende Schaulustige das Rennen, bei dem am Ende Williams Boot nach 1000 Meter Strecke etwas eher am Ziel war.