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Unter Klebeband qualvoll erstickt

Krefeld. Als die Angeklagten durch eine Nebentür in den Saal geführt werden, eilen ihre Verteidiger mit Mappen herbei. Dahinter verbergen sie ihre Gesichter. dpa/sm

Vor dem Saal kommt es zu einem Wortgefecht zwischen dem Lager des Opfers und dem der Angeklagten.

Die Nerven liegen blank. Die Staatsanwältin spricht von Mord aus Habgier. Dem an Armen und Beinen gefesselten Opfer sei "das Gesicht vollständig vertikal und horizontal mit Klebeband bedeckt" worden, nur winzige Öffnungen an der Nase wurden ausgespart. Der Rentner erstickte. Die letzten Minuten im Leben des alleinstehenden Mannes müssen schrecklich gewesen sein.

Im Zuschauerraum wischt sich eine Frau immer wieder Tränen weg. Laut Anklage musste der Rentner sterben, weil seine Peiniger bei ihm Reichtümer in Form wertvoller Antiquitäten vermuteten. Dabei hatte der Krefelder mit seiner mageren Rente nicht einmal die Stromrechnung zahlen können.

Eine DNA-Spur an dem Panzerklebeband hatte die Mordkommission zu einem der Verdächtigen geführt, von denen mehrere polizeibekannt oder vorbestraft waren. Schon nach einer knappen halben Stunde ist die Verhandlung am Dienstag beendet. Die Angeklagten, vier Männer und eine Frau im Alter von 27 bis 53 Jahren, wollen sich weder zu ihren persönlichen Verhältnissen noch zu den Vorwürfen äußern.