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"Unsere ökumenische Verbundenheit hat an Tiefe und Stärke gewonnen"

Hannover. Zum Abschluss ihrer Reise veröffentlichten EKD und Deutsche Bischofskonferenz eine gemeinsame "Christusbotschaft", die die Bedeutung der Pilgerreise für das Reformationsjubiläum unterstreicht. "Unsere gemeinsame Mission für unser Land ist noch nicht vollendet. ots/pb

Wir sind zuversichtlich, dass das Christusfest 2017 zu einem glaubwürdigen Zeugnis für Gott wird und uns über dieses Jahr hinaus auf unserem Weg zur vollen sichtbaren Einheit stärkt", heißt es in dem gemeinsamen Papier.

"Auf dem Weg zu unseren gemeinsamen Wurzeln haben wir erlebt, wie unsere ökumenische Verbundenheit an Tiefe und Stärke gewonnen hat", sagte Kardinal Marx in Jerusalem. "In der Begegnung mit den Heiligen Stätten haben wir gespürt, wie tief wir als Jüngerinnen und Jünger Jesu in seiner Nachfolge miteinander vereint sind." Erinnert worden seien sie aber auch daran, dass katholische und evangelische Christinnen und Christen einander in den vergangenen 500 Jahren viel angetan hätten. "Gemeinsam bitten wir Gott um Heilung dieser schmerzlichen Erinnerungen", so Kardinal Reinhard Marx.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm bezeichnete die Reise als eine "unvergessliche Erfahrung", durch die die evangelischen und katholischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die jeweils andere Tradition noch besser verstanden hätten: "Wir haben gelernt, mit den Augen des Anderen zu sehen. Das ist eine ganz starke Grundlage für den ökumenischen Geist des Reformationsjubiläums", so der bayerische Landesbischof. "Bei der Feier von Eucharistie und Abendmahl haben wir aber auch gespürt, dass die versöhnte Verschiedenheit ein anspruchsvolles Ziel ist. Es ist ein Schmerz, wenn die tief gefühlte Gemeinschaft nicht auch am Tisch des Herrn ihren Ausdruck finden kann."

Als schmerzlich haben die Teilnehmer der Pilgerreise durch das Heilige Land auch den ungelösten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern empfunden. Zugleich würdigten sie den Beitrag, den die im Heiligen Land lebenden Christinnen und Christen zum Gemeinwohl und für ein friedliches Zusammenleben mit Juden und Muslimen leisten. "Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat viele Verlierer auf beiden Seiten. Die fortgesetzt auftretende Gewalt zeigt, wie zerbrechlich der Frieden ist, den dieses Land so dringend braucht", heißt es in dem gemeinsamen Text.