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| 08:33 Uhr

Tsunami in Indonesien
Suche nach Opfern und Vermissten

 Bewohner inspizieren ein durch einen Tsunami beschädigtes Haus.
Bewohner inspizieren ein durch einen Tsunami beschädigtes Haus. FOTO: dpa / Uncredited
Jakarta. Nach der Tsunami-Katastrophe in Indonesien haben Rettungsteams in den betroffenen Küstengebieten auf den Inseln Java und Sumatra die Suche nach Überlebenden und Opfern fortgesetzt. Die Zahl der Toten stieg bis Montag auf mehr als 281, wie der indonesische Katastrophenschutz mitteilte.

Sprecher Sutopo Nugroho rechnete damit, dass sie sich weiter erhöhen werde. Mehr als 1000 Menschen wurden durch die vermutlich von einem Vulkan in der Sunda-Meerenge ausgelöste Flutwelle vom Samstagabend verletzt, weitere 57 galten als vermisst. Knapp 11 700 Menschen verloren ihr Zuhause.

Der Gouverneur der Hauptstadt Jakarta, Anies Baswedan, schickte 13 Ärzte- und Rettungsteams in die besonders betroffenen Provinzen Lampung an der Südspitze von Sumatra und Banten im Westen Javas, wie die indonesische Nachrichtenagentur Antara News berichtet. Daneben waren auch Kräfte diverser Hilfsorganisationen im Einsatz, etwa vom Indonesischen Roten Kreuz, das vom Deutschen Roten Kreuz unterstützt wird.

Deutsche seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen, twitterte das Auswärtige Amt in Berlin bereits am Sonntag. Ein Sprecher des Touristikkonzerns Tui sagte, das Unternehmen habe in der Region überhaupt keine Gäste. Wichtigstes Ziel in Indonesien sei die Insel Bali weiter im Westen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel sprachen dem indonesischen Präsidenten Joko Widodo und den Betroffenen ihr Beileid aus.

Die Flutwellen waren mitten in der Urlaubssaison über beliebte Touristenstrände auf den beiden durch die Meerenge getrennten Inseln hereingebrochen. Schon an Weihnachten 2004 hatte ein verheerender Tsunami neben anderen östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans auch Indonesien getroffen - alleine dort kamen damals mehr als 160 000 Menschen ums Leben, insgesamt waren etwa 230 000 Todesopfer zu beklagen.

Vor knapp drei Monaten wurde dann die bei Urlaubern beliebte indonesische Insel Sulawesi - rund 1500 Kilometer nordwestlich des jetzt betroffenen Gebiets - von einem schweren Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunamiheimgesucht, der mehr als 2200 Menschen das Leben kostete. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe.

Nach Angaben der indonesischen Agentur für Meteorologie, Klima und Geophysik (BMKG) war die Ursache des Tsunamis vermutlich ein Ausbruch des in der Meerenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, der wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge hatte. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit; 15.03 Uhr MEZ), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.

Der Anak Krakatau (übersetzt: Kind von Krakatau) ist ein Vulkan, der in der Sunda-Meerenge etwa 50 Kilometer von der Provinz Banten im Westen Javas entfernt liegt. Vor allem unter Indonesiern gilt der Landstrich an der Sundastraße aufgrund seiner Nähe zur indonesischen Hauptstadt Jakarta als Urlaubsregion.

(dpa)