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Treibgut im Ozean weckt Hoffnung

Ein australisches Seeaufklärungsflugzeug passiert das norwegische Transportschiff "Hoegh St Petersburg", etwa 2500 Kilomester südwestlich von Perth.
Ein australisches Seeaufklärungsflugzeug passiert das norwegische Transportschiff "Hoegh St Petersburg", etwa 2500 Kilomester südwestlich von Perth. FOTO: dpa
Sydney. Im Fall des verschwundenen Flugs MH370 haben Experten nun ein Ziel: die Objekte, die auf Satellitenbildern als mögliche Trümmerteile gesichtet wurden. Jetzt gilt es, sie allerdings in einer der entlegensten Ecken des Weltmeers zu finden. Sid Astbury / dpa/pb

Die Aufklärungsflugzeuge starten vom australischen Perth, um nach der verschollenen Boeing 777-200 der Malaysia Airlines zu suchen. Auf Satellitenbildern haben Experten rund 2500 Kilometer entfernt von der südwestaustralischen Küste etwas entdeckt. Es sind womöglich Wrackteile der Maschine. In wenigen Meeresgebieten der Erde trifft man so selten auf Land - oder auf Menschen.

Die Flugzeuge brauchen mehrere Stunden, um ins Suchgebiet zu gelangen. Dann bleiben ihnen etwa zwei Stunden für die Suche, ehe sie umkehren müssen, um noch genug Sprit für den Heimweg zu haben. Deshalb wechseln sich Flugzeuge unter anderem aus Australien und den USA im Einsatz ab.

Die Jagd nach dem Treibgut, das möglicherweise das Rätsel um den vermissten Flug MH370 lösen könnte, braucht Zeit - auch wenn Eile geboten ist: Die Satellitenbilder mit den fraglichen Objekten wurden bereits am 16. März gemacht. Seither könnte die Strömung sie Hunderte Kilometer weit weggetragen haben von dem Ort ihrer Entdeckung.

Ein Hercules-Transportflugzeug hat nun Bojen im Gebiet abgeworfen, um Suchexperten bessere Rückschlüsse darauf zu ermöglichen, wohin und wie schnell Dinge abdriften. Er nutze am Computer entworfene Modelle darüber, wo Trümmerteile sein könnten, wenn das Flugzeug an bestimmten Punkten entlang der vermuteten Flugroute abgestürzt sei, erklärte der Ozeanograf David Griffin der Zeitung "The Australian". "Die Gegenstände, die der Satellit entdeckte, sind ziemlich dicht bei den Orten, an die wir dachten", sagte er.

Die hellen Flecken auf den körnigen Fotos - einer von ihnen rund 24 Meter lang - haben Hoffnungen geweckt, dass sich nach zweiwöchiger Suche endlich eine Spur zum verschollenen Flugzeug mit 239 Menschen an Bord abzeichnet. Eine Untersuchung der Objekte lohne sich aufgrund ihrer Größe und des Umstandes, dass es einige im selben Areal gebe, sagte der Leiter für Nothilfe-Einsätze der australischen Seesicherheitsbehörde (Amsa), John Young.

Er erklärte jedoch gleichzeitig, dass sich die Gegenstände auch als etwas völlig anderes erweisen könnten - Container zum Beispiel, die von einem Frachter gefallen seien. Auch im Südchinesischen Meer waren schon schwimmende Gegenstände gesichtet worden, die dann keine Wrackteile der Boeing waren.

Insgesamt wird nun ein Gebiet von Tausenden Quadratkilometern abgegrast. Die Australier haben Erfahrung mit dieser Art von Suche: Immer mal wieder lesen sie einsame Weltumsegler auf ihren havarierten Booten auf.

Ihr Seeaufklärungsflugzeug P-3 Orion ist nicht so gut gerüstet wie die P-8 Poseidon der US-Marine, die extrem dicht über Wasser hinwegfliegen kann. Auch die Maschine der Amerikaner nutzt den Hafen von Perth als Basis. An Bord ist die Besatzung mit einem Radar ausgestattet, der die Oberfläche auf verdächtige Gegenstände scannt. Blinkt es, könnte es sich um den ersten Hinweis handeln, dass die Trümmer-Jäger fündig geworden sind.