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| 19:23 Uhr

Fragen & Antworten zum Sommer 2018
Traum oder Albtraum?

Strände und Bäder waren gut besucht, wie hier das Freibad an Berlins Wannsee. Viele Menschen unterschätzen aber auch die Intensität der Sonne.
Strände und Bäder waren gut besucht, wie hier das Freibad an Berlins Wannsee. Viele Menschen unterschätzen aber auch die Intensität der Sonne. FOTO: dpa / Ralf Hirschberger
Offenbach. Der Sommer gehört laut DWD zu den sonnigsten seit 1951, eine erste Bilanz. Von Eva Krafczyk

Der Sommer 2018 war nach einer vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nicht nur der zweitheißeste seit Beginn regelmäßiger Messungen 1881. Mit etwa 770 Stunden Sonne gehörte er auch zu den drei sonnenscheinreichsten seit Messungsbeginn 1951.

Wo gab es in diesem Jahr besonders viel Sommer?

Sachsen-Anhalt bekam besonders viel Hitze ab. Bernburg an der Saale war der heißeste Ort Deutschlands: Am 31. Juli kletterte die Temperatur dort auf 39,5 Grad, und an insgesamt zwölf Tagen zeigte das Thermometer mehr als 35 Grad. Außerdem gab es in Bernburg während des meteorologischen Sommers von Juni bis August 74 offizielle Sommertage mit mindestens 25 Grad. Zählt man den warmen Frühling mit, kommen in Bernburg seit April sogar 98 Tage mit mindestens 25 Grad zusammen. In Köthen, nördlich von Halle, stieg die Temperatur 33 Tage hintereinander, vom 12. Juli bis zum 13. August, über 25 Grad an.

Heiß war es aber auch in Hessen: In Frankfurt am Main gab es während der Hitzewelle, die Ende Juli ihren Anfang nahm, 18 Tage hintereinander mit mehr als 30 Grad.

Bedeutet so viel Sonne automatisch Gute-Laune-Wetter?

„Schönes Wetter hebt die Stimmung, schlechtes Wetter dämpft sie“, so der Biopsychologe Peter Walschburger von der Freien Universität Berlin. Am wohlsten fühle sich ein gesunder Erwachsener bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad – vor allem, wenn es weder zu feucht noch zu trocken sei. Allerdings ist an richtigen Hitzetagen die Reizbarkeit deutlich größer, sagte Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Außerdem könne heißes Wetter zu extremen Konzentrationsschwächen und damit höheren Unfallrisiken führen, wenn Fahrer trotz heißer Temperaturen nicht genügend getrunken hätten.

Wie gesund ist so ein Super-Sommer?

Für Mitarbeiter von Krankenhäusern und Alters- oder Pflegeheimen kann ein heißer Sommer wie in diesem Jahr zusätzlichen Stress bedeuten, denn sie müssen darauf achten, dass die von ihnen betreuten Menschen genug trinken und nicht überhitzen. Denn hohe Temperaturen können vor allem für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährlich sein, aber auch für ältere und pflegebedürftige Menschen. „Weil der Körper im Alter die Temperatur nicht mehr gut regulieren kann und auch das Durstgefühl abnimmt, besteht immer die Gefahr von Flüssigkeitsmangel und Überhitzung“, so Dagmar Jung, Referentin für angewandte Gerontologie bei der Diakonie Hessen.

Aber auch jüngere Menschen unterschätzen beim Sport im Freien oder langen Aufenthalten am Badesee mitunter die Intensität der Sonne – die Folge können Hitzeschlag oder Sonnenstich sein. So wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2003, als es ebenfalls sehr heiß war, insgesamt 2600 Menschen wegen hitzebedingter Erkrankungen in Kliniken behandelt – knapp doppelt so viele wie im eher durchschnittlichen Sommer 2017.