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| 02:42 Uhr

Totgesagte leben länger: Literatur bleibt anziehend

Der Journalist Ulrich Wickert stellte in Leipzig seinen neuen Krimi vor.
Der Journalist Ulrich Wickert stellte in Leipzig seinen neuen Krimi vor. FOTO: dpa
Bücher und Autoren ziehen allen Unkenrufen zum Trotz die Massen an. In den vollen Hallen der Leipziger Buchmesse war am Wochenende kaum noch ein Durchkommen – mit 175 000 Besuchern endete die Schau am Sonntag mit einem Rekord. dpa/hil

Leipzig. Die Leipziger Buchmesse hat einen Besucherrekord aufgestellt. 175 000 Gäste seien an den vier Tagen aufs Messegelände gekommen, teilten die Veranstalter am Sonntag mit. Zusammen mit dem begleitenden Lesefestival "Leipzig liest" seien es 237 000 Besucher gewesen. Diese Gesamtzahl wurde erstmals so ausgewiesen.

Allen Abgesängen auf das Buch zum Trotz zieht die Frühjahrsschau damit von Jahr zu Jahr mehr Interessierte an. 2013 waren 168 000 Besucher gezählt worden, 2012 waren es 163 500. Auf der Buchmesse hatten sich seit Donnerstag knapp 2200 Aussteller aus 42 Ländern präsentiert. "Wir haben eine stimmungsvolle Buchmesse 2014 erlebt mit sehr interessierten Besuchern und zufriedenen Ausstellern", sagte Messe-Direktor Oliver Zille. "Auch unsere Neuigkeiten, wie die eigene Messe für den Comic-Bereich, die Manga-Comic-Convention, sind sehr gut angenommen worden." Von den 175 000 Besuchern der Messe seien 31 000 wegen des Manga-Comic-Schwerpunktes gekommen.

Bei den Ausstellern sorgte der große Besucherandrang für gute Laune. Vertriebsleiter Reinhold Joppich vom Verlag Kiepenheuer & Witsch sprach von einer "großartigen Stimmung" auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse. Tanja Postpischil, Sprecherin des Suhrkamp Verlages, sagte, es gebe eine "enthusiasmierte Stimmung für das Buch". Zudem suche das Lesefestival "Leipzig liest" seinesgleichen. Daran beteiligten sich in diesem Jahr rund 3000 Autoren und Mitwirkende an 410 verschiedenen Orten in der Stadt.

Der Vorsteher des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, erklärte: "Die Leipziger Buchmesse zeigt sich weltoffen, jung und politisch. Die hier gezeigte Begeisterung für Bücher geht Hand in Hand mit dem neuen Selbstbewusstsein des Buchhandels vor Ort.

Die Schweiz zog eine überaus positive Bilanz ihres Gastland-Auftritts. Die Schweizer waren mit mehr als 80 Autoren nach Leipzig gekommen.