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| 14:09 Uhr

Wenn der Mond sich versteckt
Totale Finsternis wird Freitag sehenswert

Die Bildkombo zeigt von links oben nach rechts unten die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis. Foto: dpa
Die Bildkombo zeigt von links oben nach rechts unten die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis. Foto: dpa FOTO: dpa / Sven Hoppe
Hoyerswerda/Cottbus. Nicht nur Himmelsstürmer schauen mit Vorfreude auf die Nacht zum kommenden Samstag. Am Firmament wird ein tolles Ereignis zu beobachten sein: die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Das Hoyerswerdaer Planetarium lädt zum öffentlichen Beobachten ein. Von Hannelore Grogorick

Für Freitag, 27. Juli, ist der Mondaufgang in Hoy­erswerda auf 20.47 Uhr MESZ terminiert. „Dann  taucht der Mond in den Kernschatten der Erde ein und erscheint als rötliche Scheibe am Nachthimmel. Da die Entfernung Erde – Mond und Erde – Sonne an dem Abend besonders groß ist und der Mond den Erdschatten mittig durchwandert, wird dies die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts! Das sollten Sie nicht verpassen“, schwärmt Peter Lindner vom Astronomischen Verein Hoyerswerda. Die totale Mondfinsternis werde eine Stunde,  42 Minuten und 56 Sekunden dauern. „Einen freien Blick auf den Mond vorausgesetzt, plant der Astronomische Verein einen öffentlichen Beobachtungsabend südlich vom Bahnhof Haltepunkt Neustadt“, lädt Peter Lindner für Freitag ab 20.30 Uhr ein.

 „Die totale Mondfinsternis am Freitag gehört zweifelsohne zu den ganz großen astronomischen Ereignissen unserer Zeit“, erklärt ebenfalls „Mondfinsternis.info“ aus Bonn auf www.mofi2018.de. Mit einer Dauer von 103 Minuten sei sie die längste des 21. Jahrhunderts. Da der Mond in Mitteleuropa während der einleitenden partiellen Phase aufgehe, könne die Totalität am dunkelblauen Dämmerungshimmel in voller Länge verfolgt werden. Etwa sechs Grad unterhalb des Roten Mondes stehe Mars, der Rote Planet. „Wenn ein Planet sich in der Nähe des Vollmonds befindet, dann steht er zwangsläufig in Opposition zur Sonne und erreicht mithin seine maximale Helligkeit. Diese fällt bei Marsoppositionen wegen der stark schwankenden Abstände zur Erde sehr unterschiedlich aus. Am 27. Juli haben wir es mit einer außerordentlich günstigen Marsopposition zu tun; der Rote Planet erreicht mit -2.8 mag fast seine größte überhaupt mögliche Helligkeit und übertrifft sogar den Jupiter an Glanz“, erklärt Mondfinsternis.info weiter. Da sich das gesamte Geschehen horizontnah in der Dämmerung abspielt, kämen auch Naturfotografen voll auf ihre Kosten.