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| 06:34 Uhr

Lieferwagen rast in Menschenmenge
Todesfahrer in Toronto handelte wohl vorsätzlich

Toronto. In der kanadischen Metropole Toronto hat ein Mann einen Lieferwagen in eine Menschenmenge gesteuert. Mindestens zehn Menschen starben, 15 weitere wurden verletzt. Der Fahrer wurde festgenommen - die Tat beging er laut Polizei offenbar vorsätzlich.

In der kanadischen Metropole Toronto hat ein Mann einen Lieferwagen in eine Menschenmenge gesteuert. Mindestens zehn Menschen starben, 15 weitere wurden verletzt. Der Fahrer wurde festgenommen - die Tat beging er laut Polizei offenbar vorsätzlich.

Bei dem Fahrer des Vans handelt es sich um den 25-Jährigen Alek M. aus dem Norden Torontos. "Diese Tat scheint eindeutig vorsätzlich gewesen zu sein", sagte Torontos Polizeichef Mark Saunders vor Journalisten. Der für die öffentliche Sicherheit zuständige Minister Ralph Goodale sagte, "auf der Grundlage aller verfügbaren Informationen" sei nicht davon auszugehen, dass eine Gefahr für die nationale Sicherheit bestehe. "Ein schrecklicher Tag in Toronto, sinnlose Gewalt mit vielen Opfern", hatte er zuvor auf Twitter geschrieben.

Regierungschef Justin Trudeau erklärte, er sei "zutiefst betrübt", dass sich in Toronto "ein tragisches und sinnloses Attentat" ereignet habe. Sein Regierung erklärte später, der Begriff "Attentat" bedeute nicht, dass es eine "terroristische Verbindung dahingehend gibt, dass die nationale Sicherheit bedroht" sei. Trudeau sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus.

Mit vollem Tempo auf den Gehweg

Die Tat ereignete sich gegen 13.30 Uhr (Ortszeit, 19.30 Uhr MESZ) auf der belebten Yonge Straße in Kanadas größter Stadt. Der Fahrer lenkte den Lieferwagen von der Straße mit voller Geschwindigkeit auf den Gehsteig.

"Ich saß im Auto, als ich plötzlich einen weißen Lieferwagen sah, der auf den Gehweg fuhr und die Menschen niedermähte", sagte der Augenzeuge Alex Shaker dem Fernsehsender CTV. Die Fußgänger seien durch die Luft geschleudert worden. Der Fahrer sei im "Zickzackkurs" über den Gehweg gefahren, sagte Rocco Cignielli der Nachrichtenagentur AFP. Ein anderer Augenzeuge berichtete dem örtlichen Fernsehsender CP24, der Lieferwagen sei "in alles hineingerast".

Der Wagen wurde schließlich auf dem Gehweg gestoppt, die Frontstoßstange war stark beschädigt. Polizeifahrzeuge umringten den Wagen. In sozialen Netzwerken war der mutmaßliche Fahrer zu sehen, ein korpulenter Mann, der sich einem Polizisten aggressiv in den Weg stellte. Auf Fernsehbildern waren der Mann und der Polizist zu sehen, die ihre Waffen aufeinander richteten. Der Mann legte seine Waffe schließlich nieder und wurde festgenommen.

Tat nach Treffen der G7-Außenminister

Der Vorfall ereignete sich kurz nach einem Treffen der G7-Außenminister in Toronto, an dem auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) teilgenommen hatte, bevor er weiter nach New York reiste. Derzeit tagen in Toronto außerdem die Minister für öffentliche Sicherheit der sieben führenden Industrienationen.

Maas reagierte bestürzt auf den Vorfall. Dies sei ein "schreckliches Verbrechen", schrieb Maas bei Twitter. "Wir sind tief getroffen und stehen an der Seite unserer kanadischen Freunde", twitterte der Minister. "Unser ganzes Mitgefühl gilt den Familien der Opfer."

Sicherheitsminister Goodale sagte, er habe keine Hinweise, dass sich der Vorfall gegen das G7-Treffen gerichtet habe. Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland sprach von einem "sehr traurigen Tag". Das G7-Treffen werde aber wie geplant fortgesetzt.

Terroranschläge sind in Kanada zwar eher selten, im Oktober 2014 war jedoch ein Soldat in Québec beim Angriff eines Islamisten überfahren und getötet worden. Im Oktober fuhr ein Mann einen Polizisten in der Stadt Edmonton an und attackierte ihn mit einem Messer, bevor er mit seinem Auto in eine Menschenmenge raste und vier Menschen verletzte.

(oko)