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| 01:36 Uhr

Suche nach „Warcraft“-Kriegern

Neues Monster aus einem der neuen Gebiete.Foto: pr
Neues Monster aus einem der neuen Gebiete.Foto: pr FOTO: pr
Hunderttausende Internet-Spieler fiebern dem 7. Dezember entgegen: An dem Tag wird „World of Warcraft: Cataclysm“, die mittlerweile dritte Erweiterung des zurzeit erfolgreichsten Online-Rollenspiels der Welt, veröffentlicht. Der Hersteller „Blizzard“ rechnet mit neuen Verkaufsrekorden – auch wenn die Spielerzahlen von „WoW“ auf hohem Niveau stagnieren. Von Sven Bock

Elke Nürnberger ist eine von weltweit zwölf Millionen, die im Moment regelmäßig “World of Warcraft„ spielen. Die Cottbuserin ist seit 2007 aktiv. Mit beachtlichem Erfolg: Mit acht Figuren hat sie es geschafft, das höchste Ziel in “WoW„ zu erreichen - die Maximalstufe von 80. Dafür sitzt sie nach ihrer Arbeitszeit bis zu 30 Stunden wöchentlich vor dem PC. Und überweist jährlich rund 130 Euro Abo-Gebühren an den Spiel-Hersteller “Blizzard„, um fast täglich in die virtuelle Fantasywelt abtauchen zu können. Für Elke Nürnberger ein geringer Preis. Denn dort wartet bereits ihr Freundeskreis: “Wenn ich jeden Abend weggehen würde, wäre das auf Dauer viel teurer. Das Spannende an dem Spiel sind die Menschen, die man dort leichter treffen und sich mit ihnen austauschen kann. Die Gilden, also die Gruppen, mit denen ich zusammen gespielt habe, waren bisher immer sehr freundlich und aufgeschlossen. Dabei entstehen schon so etwas wie Freundschaften, auch wenn man sich nicht direkt gegenüber sitzt.„

Über Textnachrichten oder mit Mikro und Lautsprecher können sie sich während des Spieles direkt austauschen. Meistens werden die Strategien besprochen, wie der nächste schwere Gegner gemeinsam ausgeschaltet werden kann. Aber auch private Dinge können durchaus eine Rolle spielen. “Manchmal ist es ganz schön, für eine Weile in eine Fantasiewelt abtauchen zu können. Wenn es im echten Leben mal nicht so läuft, ist es doch ein guter Ersatz, wenn man mit seiner Gilde Erfolge erringen kann.„, sagt Elke Nürnberger.

Darin liegt aber genau auch eines der Hauptprobleme von Mehrspieler-Online-Rollenspielen wie “WoW„: Je mehr in einer Gruppe mitspielen, umso höher sind die Gewinnchancen. Damit wächst der Druck auf jeden einzelnen Spieler: Er muss zu einem bestimmten Zeitpunkt den PC anschalten, um dann gemeinsam ein Ziel angreifen zu können. Für Dr. Stephan Günzel vom Zentrum für Computerforschung in Potsdam birgt das Gefahr, denn “der soziale Druck, den Gruppenmitglieder aufeinander ausüben, wenn die Verpflichtung besteht, gemeinsam eine Quest (Spielaufgabe) zu erfüllen„ wächst mit der Schwere der Aufgaben.

Und schreckt gerade auch Neueinsteiger schnell ab. Nach Angaben von Mike Morhaime, dem CEO und Mitbegründer von “Blizzard„, steigen 70 Prozent aller Probespieler bereits vor dem zehnten Level wieder aus. Was wahrscheinlich auch die stagnierenden Abo-Zahlen von “WoW„ erklärt: Seit Juli 2008 sind nur 500 000 neue Spieler hinzugekommen. Vom Start 2004 bis 2008 wuchs die Zahl dagegen extrem auf 11,5 Millionen Abonnenten - davon geschätzte zwei Millionen in Europa. Doch jetzt fehlt offenbar der Nachwuchs.

Dem wollen die Macher von “WoW„ mit der dritten Erweiterung “Cataclysm„ entgegensteuern. Während bei den ersten beiden Erweiterungen unter anderem nur neue Gebiete der “WoW„-Hauptwelt Azeroth hinzugefügt wurden, wurde für “Cataclysm„ das ganze Spiel optisch und inhaltlich überarbeitet.

Zum Thema:

“World of Warcraft„, 2004 gestartet, spielt in der Fantasywelt Azeroth. Der Spieler muss sich für eine der beiden Fraktionen “Allianz„ oder “Horde„ entscheiden, die in mehrere Völker aufgesplittert sind.-Der Cottbuser MediaMarkt veranstaltet am 7. Dezember ab 0 Uhr ein Mitternachtsshopping für die dritte “WoW„-Erweiterung “Cataclysm„.