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| 02:38 Uhr

Sturmtief "Axel" gibt sich eiskalt

Neuschnee im Harz.
Neuschnee im Harz. FOTO: dpa
Offenbach. Zittern vor der Sturmflut und bibbern bei Eiseskälte: Die Menschen in Deutschland erleben gerade vielerorts einen ziemlich ungemütlichen Kälteeinbruch. Eine gute Nachricht gibt es aber. dpa/ik

Eiskalt, stürmisch und ungemütlich: Winterwetter hält die Menschen in vielen Teilen Deutschlands in Atem - und tut dies wohl auch weiterhin. Die Menschen an der deutschen Ostseeküste bereiteten sich für die Nacht zum Donnerstag auf die vielleicht schwerste Sturmflut seit zehn Jahren vor. Vor allem im Osten und Süden Deutschlands kann es auch am Donnerstag tagsüber noch bei kräftigen Schnee- und Graupelschauern zu Wintergewittern kommen, sagte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Am Freitag sei in ganz Deutschland tagsüber "gemäßigter Frost" bis minus sieben Grad zu erwarten.

Sturmtief "Axel" bringt in den kommenden Tagen Schnee und vor allem in Höhenlagen tiefe Minusgrade. Im Bergland könnten die Temperaturen über frisch gefallenem Schnee auf minus 20 Grad sinken, erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes. Zwischen Erzgebirge und Alpen sind in den Nächten zu Freitag und Samstag Tiefstwerte zwischen minus sieben und minus 15 Grad möglich.

Schon in der Nacht zum Mittwoch brachte "Axel" kräftigen Sturm nach Deutschland: Auf den Bergen sowie an der Nordsee traten vielfach orkanartige Böen oder Orkanböen auf. Auf dem Brocken im Harz wurden Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 123 Kilometern in der Stunde erreicht, im Erzgebirge auf dem Fichtelberg Böen von 114 Stundenkilometern gemessen.

"Axel" hat zwar auch in Brandenburg "gewütet". Größere Sturmtief-Schäden sind aber nicht zu beklagen. Allerdings klopft auch hier der Winter mit Dauerfrost an die Tür. Die Oder-Eisbrecher sind startklar. An weiten Teilen der Nordseeküste hatte "Axel" bereits am Mittwoch weniger Arbeit bereitet als befürchtet. Am Vormittag entspannte sich die Lage an der Nordsee weiter, dagegen blieb sie an der Ostsee für die Nacht zum Donnerstag angespannt. Beispielsweise lagen auf der vor Wismar gelegenen Ostsee-Insel Poel 30 000 Sandsäcke bereit. Sie würden befüllt, wenn sich Gefahren abzeichnen sollten, sagte die Bürgermeisterin am Mittwoch.

Vor allem in Bayern verursachte der Wintereinbruch mit Schnee und Wind bereits am Mittwoch Dutzende Verkehrsunfälle. Etwa in Ostbayern kamen Autofahrer in der Nacht und am Mittwoch ins Rutschen, die Streufahrzeuge waren mancherorts im Dauereinsatz. In Baden-Württemberg verunglückte ein 31-Jähriger auf rutschiger Fahrbahn und starb. Auch in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen krachte es nach Schneeschauern, Glätte und Schneeverwehungen mehrfach. An der Bahnstrecke von Bremen nach Hannover fielen mehrere Bäume um.

Eine gute Nachricht gab es vom Deutschen Wetterdienst für die Wintersportorte. Vielerorts werden dort - nach langem Warten -"nennenswerte Neuschneemengen" erwartet.