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| 01:30 Uhr

Störtebeker setzt auf Stoffe aus dem Orient

Ralswiek. Den Seeräuber Klaus Störtebeker verschlägt es in seinem neuesten Abenteuer auf der Naturbühne Ralswiek in den Orient. Ein Besuch bei der Saison-Vorbereitung. Von Martina Rathke

In der Störtebeker-Kostümwerkstatt schwelgt Christina Maass in den Farben des Orients: Stoffballen in Zimt und Nougat, in Gold, Silber und warmen Rottönen türmen sich bis unter die Decke in den Regalen in Ralswiek auf Rügen. Statt warmer Kleidung aus Jute, Wolle und Leinen - wie sie im mittelalterlichen Ostseeraum getragen wurde - entwerfen die Kostümbildner in diesem Jahr 70 völlig andersartige Komparsenkostüme. Denn das neue Abenteuer der Störtebeker-Festspiele auf der Naturbühne Ralswiek führt den Piratenhelden in eine neue Welt, an die Grenze zwischen Christentum und Islam, ins andalusische Granada. "Diese Kostüme sind eine tolle Herausforderung", sagt die 53-jährige Werkstattleiterin, die Ideen in Büchern, Zeitschriften und Filmen sammelte. Rund einen Kilometer Stoff haben die Näherinnen bereits verarbeitet. Im diesjährigen Stück "Störtebekers Gold - Der Fluch des Mauren" reist Störtebeker auf der Suche nach dem legendären Templerschatz bis zum prachtvollen Maurenpalast Alhambra. Doch nicht nur territorial überschreitet das Stück Grenzen. Die Bühne wurde optisch verbreitert. Mit einer großen Armbewegung zeigt Intendant Peter Hick von der Mitte der Zuschauerränge aus auf die Kulissen. Die Aktionsfläche für die Schauspieler werde größer, die bis zu 8400 Zuschauer hätten jetzt einen besseren Blick auf den Jasmunder Bodden. "Allein 18 Kilometer Holzbohlen und -bretter wurden für die Kulissen verarbeitet", berichtet der Intendant. Jahr für Jahr setzen die Störtebeker-Festspiele mit immer neuen Besucherrekorden - zuletzt rund 395 000 - die Messlatte höher und treiben damit auch die Erwartungen des Publikums in die Höhe. Die Zahlen seien sekundär, sagt Hick dennoch. Der Erfolg komme, wenn das Stück das Publikum begeistere - durch eine interessante Story, tolle Darsteller und neue überraschende Effekte. Am 10. Mai beginnen die Proben mit 120 Mitwirkenden, vier Koggen und 30 Pferden. Der Ticketverkauf liegt in diesem Jahr mit 145 000 verkauften und reservierten Karten rund fünf Prozent über Vorjahresniveau.