ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:29 Uhr

Geschichte
Stationen des Prager Frühlings

Der tschechische Schriftsteller und Bürgerrechtler Vaclav Havel (r.) und der Reformpolitiker und ehemalige Erste Sekretär des Zentralkomitees der KPC, Alexander Dubcek, am 26. 11. 1989  bei einer Großkundgebung in Prag.
Der tschechische Schriftsteller und Bürgerrechtler Vaclav Havel (r.) und der Reformpolitiker und ehemalige Erste Sekretär des Zentralkomitees der KPC, Alexander Dubcek, am 26. 11. 1989  bei einer Großkundgebung in Prag. FOTO: dpa / -
 Im August 1968 wird die sozialistische Reformbewegung des Prager Frühlings gewaltsam erstickt. Die wichtigsten Stationen einer dramatischen Entwicklung:

5. Januar 1968: Alexander Dubcek (1921-1992) wird Generalsekretär der kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KSC). Er steht für einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“.

5. April 1968: Das KSC-Zentralkomitee beschließt ein Aktionsprogramm, das große Erwartungen hervorruft. Es sieht gesellschaftliche und wirtschaftliche Reformen vor.

8. April 1968: Ernennung der neuen Regierung unter Ministerpräsident Oldrich Cernik (1921-1994).

24. Juni 1968: Aufhebung der staatlichen Pressezensur.

20. August 1968: Als Flugzeuge der Aeroflot getarnte sowjetische Maschinen landen als Vorhut nach 21.00 Uhr auf den Flughäfen in Prag und Brünn (Brno). Ab 23.00 Uhr überschreiten die ersten Warschauer-Pakt-Truppen die Grenze zur Tschechoslowakei.

21. August 1968: Die tschechoslowakische Armee bleibt in ihren Kasernen. Der Vormarsch dauert die ganze Nacht an. Gegen 08.00 Uhr morgens bringen die Besatzer die Straßen der Hauptstadt Prag unter ihre Kontrolle. Der Bundesgrenzschutz ist in Bereitschaft.

26. August 1968: Die tschechoslowakische Führung unter Dubcek wird zur Unterzeichnung des sogenannten Moskauer Protokolls gezwungen. Es macht die Reformen weitgehend rückgängig.

17. April 1969: Der moskautreue Hardliner Gustav Husak wird Nachfolger von Dubcek als Generalsekretär der KSC.

29. Mai 1969: Der Slowake Husak wird neuer Staatspräsident. Die von den Machthabern als „Normalisierung“ bezeichnete Rückkehr zu den alten Strukturen erreicht ihren Höhepunkt.

17. November 1989: Die blutige Niederschlagung einer Studentendemonstration wird zum Auslöser der Samtrevolution, der demokratischen Wende in der Tschechoslowakei.

29. Dezember 1989: Der Dissident und Dramatiker Vaclav Havel (1936-2011) wird erster frei gewählter Präsident der Tschechoslowakei.

1. Januar 1993: Teilung der Tschechoslowakei in zwei Staaten, Tschechien und Slowakei.

(dpa)