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| 08:57 Uhr

Nach Drohnen-Attacke
Start- und Landebahn am Flughafen Gatwick vorerst wieder geöffnet

 Nach Drohnensichtungen wurde der Flughafen Gatwick lahmgelegt. Am Freitag wurden Start- und Landebahn nun vorerst wieder geöffnet. Aber Entwarnung gibt es nicht.
Nach Drohnensichtungen wurde der Flughafen Gatwick lahmgelegt. Am Freitag wurden Start- und Landebahn nun vorerst wieder geöffnet. Aber Entwarnung gibt es nicht. FOTO: dpa / Tim Ireland
London. Drohnenflüge hatten Gatwick bis auf Weiteres lahmgelegt. Jetzt ist die Start- und Landebahn des Londoner Großflughafens wieder offen. Eine Entwarnung gibt es trotzdem nicht.

Am Londoner Großflughafen Gatwick gibt es nach einem weitgehenden Stillstand wegen einer großangelegten Drohnen-Störaktion wieder Bewegung im Flugverkehr. „Die Start- und Landebahn in Gatwick ist derzeit geöffnet, und eine begrenzte Zahl von Flügen sind für Abflug und Landung eingeplant“, teilte der Airport am Freitagmorgen auf seiner Webseite mit. Dennoch sollten Passagiere den Status ihres Fluges checken, bevor sie sich auf den Weg zum Flughafen machten. Es werde weiterhin zu Verspätungen und Ausfällen von Flügen kommen.

Easyjet schrieb auf seiner Webseite, man wolle fliegen. Der irische Billigflieger Ryanair hatte noch kurz zuvor angekündigt, alle ursprünglich für Gatwick geplanten Flüge stattdessen vom Londoner Flughafen Stansted starten oder dort landen zu lassen. Die Kunden seien informiert worden, sagte Ryanair auf seiner Webseite.

Drohnenflüge hatten ab Mittwochabend den zweitgrößten britischen Flughafen weitestgehend lahmgelegt. Seitdem war in Gatwick - abgesehen von einer dreiviertelstündigen Unterbrechung - kein einziges Flugzeug mehr gelandet oder gestartet. Ankommende Maschinen mussten umgeleitet werden und teils hunderte Kilometer entfernte Airports wie Amsterdam und Paris ansteuern. Am Donnerstag waren 115 000 Reisende betroffen, für Freitag wurden eigentlich weitere 126 000 Menschen in Gatwick erwartet.

Die Störmanöver über Gatwick konnten Einsatzkräfte trotz eines großen Polizeieinsatzes mit Hubschrauber und Scharfschützen sowie Spezialgerät der Armee zunächst nicht unterbinden. Trotz des Einsatzes von Armee und Polizei waren auch am Donnerstagabend wieder Flugroboter über dem Rollfeld gesichtet worden. Tauche noch eine Drohne über dem Flugfeld auf, sei auch ein Abschuss denkbar, erklärte die Polizei.

Bei den mindestens zwei Drohnen handelt es sich nach Einschätzung der Polizei nicht um Hobby-Fluggeräte. Sie seien vielmehr für den professionellen Einsatz bestimmt. „Das ist eine präzise geplante Aktivität, die darauf ausgelegt wurde, den Flughafen lahmzulegen und maximale Behinderungen in der Vorweihnachtszeit zu bringen“, teilte Gatwick-Geschäftsführer Stewart Wingate mit.

Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gab es laut Behörden zunächst nicht. In den ersten 24 Stunden nach Einstellung des Flugbetriebs zählte die Polizei mehr als 50 Drohnen-Sichtungen. Medienberichten zufolge prüfen die Ermittler, ob möglicherweise ein radikaler Öko-Aktivist hinter dem Störmanöver stecken könnte.

Auch in Deutschland sind Zwischenfälle mit Drohnen ein wiederkehrendes Problem. In den vergangenen Monaten haben sie sogar deutlich zugenommen: Laut der Deutschen Flugsicherung wurden bis einschließlich November 152 Fälle gemeldet, bei denen Verkehrsflieger durch Drohnen behindert wurden, die gefährlich nah an Flughäfen oder auf der Strecke auftauchten. Im bisherigen Rekordjahr 2017 waren es lediglich 88 gewesen.

(dpa)