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| 15:36 Uhr

Wie weiter mit dem Wetter?
Start in den Kalendersommer

Am  heutigen 21. Juni um 12.07 Uhr ist Sommersonnenwende. Im Jahr 2018 ist es nahe dem astronomischen Termin (14. Juni 12.33 Uhr) zu einer annähernden Linearkonstellation der zum Äquator nördlich stehenden Sonne und des ebenfalls nördlich stehenden Mondes gekommen. Dabei befand sich der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde in einer Entfernung von nur 359 775 Kilometern und in einem Winkel von 80,34 Grad über den Pyramiden von Gizeh..Auf dem Foto wandert derzeit jeden Abend der zunehmende Mond aus Richtung Kairo betrachtet über die Spitze der Chephren- Pyramide. Hat er die Spitze passiert, „rollt“ er in gleicher Entfernung den nördlichen Böschungswinkel der Pyramide herunter. 
Am  heutigen 21. Juni um 12.07 Uhr ist Sommersonnenwende. Im Jahr 2018 ist es nahe dem astronomischen Termin (14. Juni 12.33 Uhr) zu einer annähernden Linearkonstellation der zum Äquator nördlich stehenden Sonne und des ebenfalls nördlich stehenden Mondes gekommen. Dabei befand sich der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde in einer Entfernung von nur 359 775 Kilometern und in einem Winkel von 80,34 Grad über den Pyramiden von Gizeh..Auf dem Foto wandert derzeit jeden Abend der zunehmende Mond aus Richtung Kairo betrachtet über die Spitze der Chephren- Pyramide. Hat er die Spitze passiert, „rollt“ er in gleicher Entfernung den nördlichen Böschungswinkel der Pyramide herunter.  FOTO: Veit Rösler
Offenbach/Potsdam . Ein April der Temperaturrekorde, ein ebensolcher Mai – geht es auch so weiter? Von Eva Krafczyk

  Heute beginnt der Sommer auch auf dem Kalender. Für Meteo­rologen startete die Jahreszeit bereits mit dem 1. Juni. Gefühlt begann er in Deutschland in diesem Jahr schon deutlich früher.

Im Mai stieg das Thermometer an vielen Orten bereits auf 30 Grad oder sogar darüber hinaus. Das waren dann laut Definition des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ganz offiziell Hitzetage. Und auch die ersten Tropennächte gab es bereits vor dem kalendarischen Sommeranfang. Geht das jetzt so weiter?

Grundsätzlich halten sich Meteorologen mit langfristigen Vorhersagen zurück, denn zuverlässige Prognosen sind im günstigsten Fall nur bis zu zehn Tage im voraus möglich. Es gibt aber etwa beim Deutschen Wetterdienst Jahreszeitenmodelle, während beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) die Wissenschaftler die Daten der Zusammenhänge zwischen den Jahreszeiten untersuchen. Zunehmend stelle etwa das Frühjahr die Weichen, wie sich der Sommer entwickeln kann, erläutert   der PIK-Klimaexperte Peter Hoffmann.

„In diesem Frühjahr waren der April und Mai überdurchschnittlich heiß oder warm. Und diese Kombination könnte bedeuten, dass der Sommer später eher eine kühlere Phase einschlägt“, sagt Hoffmann.

Zugleich dauern laut Hoffmann gewisse Witterungssituationen länger an. Auch im Sommer könne die Wetterlage daher über einen längeren Zeitraum hinweg im gleichen Zustand verharren – nur, dass dieser möglicherweise eher kühler ausfallen dürfte.

Diese Nachricht dürfte gut sein für Landwirte und Förster vor allem im Norden und Nordosten Deutschlands. Denn dort hat der heiße Mai seine Spuren mit verdorrtem Gras und ausgetrockneten Wäldern und damit hoher Waldbrandgefahr hinterlassen.

Seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen sei die Temperatur in Deutschland gestiegen – seit den 60er-Jahren ist zudem eine Beschleunigung festzustellen, sagt Hoffmann. „Die vergangenen Jahrzehnte weisen meist einen Anstieg der Temperatur in Deutschland von einem Grad pro 30 Jahren auf.“ Auch die Zahl der heißen Tage habe sich in den vergangenen Jahrzehnten fast verdoppelt. „Der Klimawandel ist in vollem Gang“, sagt der Wissenschaftler. Allerdings: „Das passiert nicht von heute auf morgen, sondern schleichend.“

Umso wichtiger ist es, bei Anpassungsmaßnahmen nicht zu zaudern – selbst wenn der Sommer 2018 tatsächlich etwas kühler ausfallen sollte. „Wenn wir weitermachen wie bisher, sind durchschnittlich vier Grad mehr auch in Deutschland noch in diesem Jahrhundert sehr wahrscheinlich“, sagt Hoffmann. Extreme wie etwa der Hitzesommer 2003 könnten dann in naher Zukunft, bis Mitte des Jahrhunderts, zur Normalität gehören.

In der Landwirtschaft führten die Wärmerekorde im April und Mai jedenfalls schon im Frühjahr zu Erscheinungen, die sonst erst im Sommer auftreten. So begann die Sommerlinde laut DWD im Vergleich zu den Vorjahren um 10 bis 14 Tage verfrüht zu blühen. Üblicherweise sei dies ein erstes Zeichen für den „phänologischen Hochsommer“. Starkregen und Hagel führten örtlich zu schweren Schäden auf den Äckern. Und auch tierische Schädlinge wie Kriebelmücke, Läuse, Kirschfrucht- und Kirschessigfliege sind in diesem Jahr nach DWD-Angaben reichlich unterwegs.

Die warmen Temperaturen begünstigen zudem die Ausbreitung eingewanderter Arten wie der Tigermücke oder der Gelbfiebermücke, die über Reise- oder Warenverkehr eingeschleppt wurden und das Risikogebiet von Krankheiten vergrößern, die sie übertragen.

Wissenschaftler der Frankfurter Goethe-Universität und der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung gehen jedenfalls davon aus, dass die Ausbreitung von solchen Infektionskrankheiten in den nächsten zehn bis 50 Jahren zunimmt.

Noch aber ist die Wahrscheinlichkeit einer Malaria-Infektion am heimischen Badesee äußerst gering. Und auch die Wasserqualität stimmt, wie das Umweltbundesamt bereits Ende Mai berichtete. Denn 98 Prozent der Badegewässer in Deutschland erfüllten die Qualitätsanforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie.