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"Sebastian" wütet über Deutschland

Tragisch: Von diesem Baugerüst ist ein Mann in Hamburg erschlagen worden.
Tragisch: Von diesem Baugerüst ist ein Mann in Hamburg erschlagen worden. FOTO: dpa
Hamburg. Als erster großer Herbststurm des Jahres hat Orkantief "Sebastian" den Norden und Nordwesten Deutschlands getroffen. In Hamburg wurde ein Mann von einem Baugerüst erschlagen. dpa/sm

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor Orkanböen, die in einzelnen Fällen Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern erreichen könnten. Etliche Bäume stürzten um, wodurch es etwa in Nordrhein-Westfalen zu Behinderungen im Bahnverkehr kam. Der Wind beschädigte Autos und Gebäude; Dachziegel flogen umher. An der Nordsee fielen viele Fährverbindungen aus.

Zuvor hatte "Sebastian" bereits die Niederlande erreicht. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden zeitweise Start- und Landebahnen geschlossen. Der heftige Wind hielt an Nord- und Ostsee in der Nacht zu Donnerstag an. Auch im Südwesten und auf dem Brocken im Harz wütete der Sturm.

"Über der Mitte lässt der Wind hingegen deutlich nach", teilte der DWD mit. Hinzu komme aber Dauerregen, der sich von Südwesten her bis zur Mitte Deutschlands ausbreite. Stellenweise könnten dabei unwetterartige Mengen zusammenkommen.

Zu dem tödlichen Unfall in Hamburg kam es, als ein umgestürztes Baugerüst einen Passanten in der Innenstadt unter sich begrub. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers hatte sich das Gerüst vermutlich in Folge starker Böen vom Dach eines siebengeschossigen Bürogebäudes gelöst. In der Elbe in Hamburg kam außerdem ein Rollstuhlfahrer ums Leben. Warum der Mann ins Wasser geriet, war unklar. "Der Sachverhalt wird untersucht. Ein Suizid ist ausdrücklich nicht ausgeschlossen", sagte ein Polizeisprecher.

Auf der Nordseeinsel Föhr wurde eine Fußgängerin von einem Baum getroffen. Dabei wurde sie schwer verletzt, wie die Polizeidirektion Flensburg mitteilte. Glück im Unglück hatte ein Mitarbeiter der Nikolaikirche in Kiel: Ein Firstziegel fiel nach Angaben der Gemeinde vom Dach der Kirche auf das Auto des Mannes und zerschlug das Glasdach, der Mann hatte den Wagen aber kurz zuvor verlassen.

"Sebastian" beeindruckte selbst die sturmerprobten Hallig-Bewohner. Das laue Lüftchen habe sich gewandelt zu einem richtig kräftigen Sturm, sagte Erco Lars Jacobsen von der Hallig Hooge. Unangenehm mache das Wetter vor allem der Regen - und dass der Sturm dieses Jahr sehr früh da ist.