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| 16:19 Uhr

"So schlimm wie die Tabakindustrie"
Schwarzenegger will Öl-Konzerne verklagen

Kaliforniens Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger plant, die Öl-Konzerne zu verklagen. Die fossilen Brennstoffe in der Luft seien ebenso schädlich wie das Rauchen, sagt er 70-Jährige. Sebastian Esch

Wie Schwarzenegger dem Portal "Politico" in einem Podcast sagte, "töten die Öl-Konzerne wissentlich Menschen überall auf der Welt". Er gab bekannt, bereits mit mehreren privaten Anwaltskanzleien gesprochen zu haben.

Fossile Brennstoffe, die durch die Öl-Firmen in die Luft gelangen, seien genauso schlimm wie der Schaden, der durch das Rauchen entsteht, sagte der 70-Jährige. "Das ist nicht anders als beim Rauchen. Die Tabakindustrie wusste seit Jahrzehnten, dass Rauchen Menschen töten, Menschen schädigen und Krebs erzeugen würde. Und diese Tatsache versteckte und leugnete sie vor den Menschen. Dann wurden sie schließlich vor Gericht gestellt und musste dafür Hunderte Millionen Dollar zahlen", sagte Schwarzenegger.

Bei der Öl-Industrie liege der Fall ähnlich: "Die Öl-Konzerne wussten seit 1959, als sie ihre eigene Studie durchgeführt hatten, dass es wegen der fossilen Brennstoffe eine globale Erwärmung geben würde, und darüber hinaus, dass es für das Leben der Menschen riskant wäre, dass es töten würde."

Klagezeitpunkt noch unbekannt

Wann genau er die Klage einrechen will, sagte er nicht. Es werde noch an einem Zeitplan gearbeitet. Aber den Öl-Konzernen kündigte er einen harten Kampf an.

"Wir werden ihnen nachgehen und wir werden dort sein. Weil es für mich absolut unverantwortlich ist zu wissen, dass ihr Produkt Menschen tötet und kein Warnschild wie Tabak hat ", sagte er und forderte: "Jede Tankstelle, jedes Auto, jedes Produkt mit fossilen Brennstoffen sollte ein Warnschild tragen." Schwarzenegger hofft, so das Bewusstsein der Menschen zu schärfen und diese zu ermutigen, nach alternativen Kraftstoffen Ausschau zu halten.

Er fügte hinzu: "Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied macht, wenn man in ein Zimmer geht und weiß, dass man jemanden umbringt. Dann ist es Mord. Ich denke, mit den Ölkonzernen ist es dasselbe."

Arnold Schwarzenegger setzte sich bereits in seiner Zeit als Gouverneur von Kalifornien stark für den Umweltschutz und erneuerbare Energien ein. Beim Klimagipfel in Bonn Ende 2017 wetterte er gegen US-Präsident Donald Trump, der den Klimapakt aufgekündigt hatte.