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| 02:38 Uhr

Schnee und Eis bremsen die ICEs aus

Die Bahn reduzierte zeitweise die Geschwindigkeit der ICEs, um Schäden an den Zügen durch sogenannten Schotterflug zu vermeiden. Dieser entsteht vermehrt bei Eis und Schnee.
Die Bahn reduzierte zeitweise die Geschwindigkeit der ICEs, um Schäden an den Zügen durch sogenannten Schotterflug zu vermeiden. Dieser entsteht vermehrt bei Eis und Schnee. FOTO: dpa
Berlin. Der Winter ist wieder da: Minusgrade, Glätte und Schnee legen sich quer über Deutschland. Die Bahn reagiert erst mit langsameren Zügen, findet das Wetter dann aber doch mild. Die nächste Kältewelle ist schon im Anmarsch. Christopher Weckwerth / dpa/bl dpa/bl

"Emma" hat vorgelegt, "Gudrun" zieht nach: Die beiden Tiefs dürften weiten Teilen Deutschlands auch am Wochenende noch viel Schnee und frostige Temperaturen bescheren. Mit bis zu minus 20 Grad ist Anfang kommender Woche nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu rechnen. In der Nacht zum gestrigen Freitag wurde in Bayern bereits die bisher kälteste Nacht dieses Winters gemessen: Auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, fiel die Temperatur auf minus 17 Grad.

Die Deutsche Bahn drosselte die Höchstgeschwindigkeit für ICE-Züge am gestrigen Freitag auf einigen Strecken auf 200 Kilometer pro Stunde - aber nur bis zum Nachmittag, da das Wetter milder wurde als gedacht, sagte ein Bahnsprecher. Auf glatten Straßen kam es zu mehreren Unfällen.

Am Alpenrand und im Bayerischen Wald schneite es, ebenso wie im Harz. Für den Schwarzwald galt eine Unwetterwarnung - dort erwarteten die Meteorologen 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee. Auf dem Kahlen Asten in Nordrhein-Westfalen wurden mehr als 40 Zentimeter Schnee gemessen. Im Thüringer Wald konnten sich Wintersportfans mit Skiern und Schlitten zum ersten Mal in diesem Jahr in der weißen Pracht austoben, mehr als 580 Kilometer Loipen und Skiwanderwege waren gespurt.

Ungemütlicher wurde es für die Autofahrer: Auf schneebedeckten Straßen bei Aachen und in der Eifel standen Lastwagen quer, Autos blieben in Schneeverwehungen stecken, es bildeten sich Staus. Ein Lkw durchbrach auf der A 45 im Sauerland ein Brückengeländer und drohte in die Tiefe zu stürzen - der Fahrer wurde leicht verletzt, die Autobahn war in Richtung Frankfurt stundenlang gesperrt.

Auf der A 14 bei Magdeburg gab es am Freitagmorgen binnen kurzer Zeit fünf Unfälle wegen Blitzeises. Zeitweise war die A 14 auf zwölf Kilometern Länge voll gesperrt. In Rheinland-Pfalz warnte die Polizei vor Eisplatten, die von Lastwagen fallen könnten.

Auf das Tief "Emma" folgt am Wochenende das Tief "Gudrun" mit noch mehr Schnee. Allerdings wird es laut DWD am heutigen Samstag wohl nicht überall kalt genug, damit er auch liegenbleibt. Danach wird es jedoch noch kälter, die Schneefälle lassen nach, und die Sonne zeigt sich. In Sachsen und Brandenburg soll es heute im Erzgebirge und östlich der Elbe schneien. Die Temperaturen liegen dann auch im Tiefland im Frostbereich.

Extra frostig könnte Montagnacht werden. "Gut möglich, dass örtlich unter minus 20 Grad gemessen werden", sagte Meteorologe Simon Trippler.

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Ein 72-jähriger Lette hat sich beim Schneeschippen so sehr verausgabt, dass er an Erschöpfung gestorben ist. Der Mann wurde tot im Hof seines Hauses im Osten des baltischen Landes gefunden, meldete die Agentur Leta unter Berufung auf den Notfalldienst. Bereits Anfang des Jahres hatte in der Hauptstadt Riga ein 69-Jähriger nach dem Schneeräumen einen tödlichen Herzanfall erlitten. Lettland steckt derzeit tief im Schnee. dpa/bl