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Rockfans trotzen Terroralarm mit Party

Rund 87 000 Musikfans sind am Wochenende zum legendären Musikfestival "Rock am Ring" in die Eifel gekommen.
Rund 87 000 Musikfans sind am Wochenende zum legendären Musikfestival "Rock am Ring" in die Eifel gekommen. FOTO: dpa
Nürburg. Unbeeindruckt vom Terroralarm haben Zehntausende Musikfans beim Festival "Rock am Ring" gefeiert, getanzt und gesungen. Während das dreitägige Festival mit rund 87 000 Besuchern in vollem Gange war, ermittelte die Polizei gegen drei Männer und durchsuchte deren Wohnungen in Hessen. Michael Bauer

Es gab Unstimmigkeiten zwischen den Personen und den Namen auf ihren Zugangsausweisen für sicherheitsrelevante Bereiche. Deswegen war das Festivalgelände am Freitag in einer bislang beispiellosen Evakuierung geräumt worden.

Nach der Fortführung von "Rock am Ring" am Samstag habe es bis zum Abschluss am Sonntagabend keine größeren Vorfälle mehr gegeben, sagte ein Sprecher der Befehlsstelle am Nürburgring am Montag. Das Festival war in diesem Jahr zu seinem Ursprung an die legendäre Rennstrecke in der Eifel zurückgekehrt. Die Band Rammstein, deren Auftritt wegen des Terroralarms bei "Rock am Ring" ausfiel, äußerte sich beim Schwesterfestival "Rock im Park" am Sonntagabend nicht zu dem Vorfall.

Bei beiden Festivals lobten die Sicherheitsbehörden ausdrücklich das besonnene und friedliche Verhalten der Besucher. Enormen Eindruck hatten die vorwiegend jungen Fans bei "Rock am Ring" während der Evakuierung hinterlassen. Sie verließen das riesige Areal ruhig und zügig, von Massenpanik keine Spur.

Von Nervosität unter den "Ring rockern" war danach nichts zu spüren. Die Stimmung vor allem beim Auftritt der Toten Hosen am Samstagabend war so ausgelassen, wie man sie von früheren Festivals kannte.

In ihrer Bilanz sprachen die Sicherheitskräfte von einem ausgesprochen friedlichen Verlauf. Die Polizei am Nürburgring registrierte lediglich 13 Körperverletzungsdelikte, 36 Verkehrsunfälle mit vier Leichtverletzten und einige Dutzend Diebstähle aus Zelten, Taschen und Autos.

Das Rote Kreuz musste 6500 Menschen helfen, zumeist wegen Fußblasen, Schürfwunden, Prellungen, Zeckenbissen und kleineren Verbrennungen.

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Zum Thema:
Nach dem Terroralarm beim Musikfestival "Rock am Ring" hat die Polizei in Hessen die Wohnungen der drei Verdächtigen durchsucht. Das sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz. Das Festivalgelände in der Eifel war am Freitag wegen eines Terroralarms evakuiert worden. Gegen drei Männer aus Hessen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen der Vorbereitung eines "Explosionsverbrechens" eingeleitet. Die Männer wurden vorläufig festgenommen. Sie sind seit Samstagmorgen wieder auf freiem Fuß. Es wird weiter ermittelt. Einen konkreten Tatverdacht gab es laut Polizei zunächst aber nicht. Über mindestens einen der Verdächtigen lägen allerdings "deutliche Erkenntnisse im Bereich des islamistisch geprägten Terrorismus" vor.