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Flüchtlinge aus Afrika
Retter finden 20 Leichen vor marokkanischer Küste

Flüchtlinge auf einem Boot (Symbolbild).
Flüchtlinge auf einem Boot (Symbolbild). FOTO: dpa, EM jai wst tba
Marokkanische Rettungskräfte haben die Leichen von mindestens 20 Menschen aus dem Mittelmeer geborgen. Wie der britische Sender BBC am Sonntag berichtete, handelt es sich mutmaßlich um Migranten aus dem südlichen Afrika, die nach Melilla gelangen wollten.

Die spanische Exklave liegt in Nordafrika und ist von marokkanischem Territorium umschlossen. Immer wieder versuchen Flüchtlinge aus Afrika, die Grenzsicherungen zu überwinden, um auf diese Weise nach Europa zu gelangen.

In der vergangenen Woche kritisierte der Geschäftsführer des Hilfswerks Misereor, Martin Bröckelmann-Simon, die Zustände in und um Melilla als unhaltbar. Grund sei eine Politik, die wesentlich auf dem Prinzip der Abschottung beruhe, sagte er in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Im Grunde machen sie sich sowohl auf marokkanischer als auch auf spanischer Seite für die EU die Hände schmutzig."

Zuletzt sorgte ein Vorfall vor der Küste Libyens für internationale Schlagzeilen. Wie Medien am Freitag berichteten, kenterte dort ein Flüchtlingsboot mit mehr als 90 Menschen an Bord. Das Unglück hätten nur drei Menschen überlebt.

Laut Angaben der Internationalen Organisation für Migration nimmt die Zahl der Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen, wieder zu. Im Januar 2018 wurden mehr als 6600 Ankünfte gezählt - im gleichen Monat des Vorjahres waren es knapp 6000. Die Sterberate für Januar und Februar lag 2017 bei 1,5 Prozent; aktuell beträgt sie bereits 5,2 Prozent.

(felt)