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Reemtsma-Entführer Koszics ermordet?

Wolfgang Koszics
Wolfgang Koszics FOTO: dpa
Hamburg. Die Polizei will den mysteriösen Tod des Reemtsma-Entführers Wolfgang Koszics mithilfe der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY . . . ungelöst" aufklären. dpa/pb

Koszics' Leiche war am 10. Februar 2014 im Meer vor der portugiesischen Algarve entdeckt worden. Erst ein Jahr später war dies bekannt geworden.

Wie eine Sprecherin der Fernsehsendung am Mittwoch mitteilte, geht die portugiesische Polizei von einem Suizid aus. Das Landeskriminalamt Hamburg halte jedoch ein Tötungsdelikt für möglich. Vermutlich sei der 72-Jährige von einer Klippe gestürzt. Bei dem Toten seien keine Papiere oder persönlichen Gegenstände gefunden worden. In seinem Blut wurden rund vier Promille Alkohol festgestellt, obwohl er nicht getrunken habe. Koszics hatte 15 Jahre im Gefängnis gesessen. In der Zeit hatte er nach LKA-Ermittlungen Morddrohungen erhalten.

Koszics hatte zu der vierköpfigen Bande gehört, die im März 1996 den Hamburger Millionenerben und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma entführt und in einem Verlies in Garlstedt bei Bremen festgehalten hatte.

Nach 33 Tagen ließen die Täter Reemtsma für umgerechnet rund 15,3 Millionen Euro frei. Vom Großteil des Geldes fehlt bis heute jede Spur. Am 14. Februar 1997 verurteilte das Hamburger Landgericht Koszics zu einer Haftstrafe von zehneinhalb Jahren. Nach seiner Freilassung lebte er nach Angaben der "XY"-Sprecherin zunächst in Krefeld.

Anfang 2014 habe er seine Unterkunft in Berlin aufgelöst und sei am 6. Februar 2014 nach Portugal gefahren. Nach portugiesischen Medienberichten landete er in Faro und fuhr mit einem Mietwagen die 115 Kilometer nach Sagres. Dort mietete er sich ein kleines Appartement. Vier Tage später war er tot.