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| 15:08 Uhr

Prozess gegen Abu Walaa
"Tempelbomber" will offenbar gegen Hassprediger aussagen

Abu Walaa im Oberlandesgericht (Archiv).
Abu Walaa im Oberlandesgericht (Archiv).
Celle. Im Prozess gegen den mutmaßlichen IS-Deutschlandchef Abu Walaa gibt es einen neuen Belastungszeugen. Dabei handelt es sich um einen der verurteilten Täter des Anschlags auf einen Sikh-Tempel in Essen.

Der Verfahrenstag am Mittwoch sei abgesagt worden, damit die Verteidiger von Abu Walaa und der vier Mitangeklagten die umfangreichen Aussagen des Zeugen lesen können, teilte der Sprecher des Oberlandesgerichts Celle mit.

Das Landgericht Essen hatte den 17-Jährigen aus Gelsenkirchen, der eine Bombe vor der Tür des Sikh-Tempels in Essen platzierte, im März 2017 zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Jugendliche soll Teilnehmer an radikal-islamischen Einweisungen eines in Celle mitangeklagten türkischen Reisebüroinhabers aus Duisburg gewesen sein.

Wie der NDR berichtete, hatte sich der 17-Jährige aus der Haft in Iserlohn von sich aus bei den Behörden gemeldet mit dem Wunsch, zu den in Celle angeklagten mutmaßlichen Terrordrahtziehern auszusagen. In seinen Aussagen belastet er offenbar alle Angeklagten.

Abu Walaa, der bis zu seiner Festnahme in Tönisvorst lebte, und vier Mitangeklagte stehen seit Ende September wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS vor Gericht. Sie sollen junge Menschen insbesondere im Ruhrgebiet und im Raum Hildesheim islamistisch radikalisiert und in die IS-Kampfgebiete geschickt haben. Abu Walaa soll der Deutschlandchef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sein.

(wer)