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| 02:43 Uhr

Popnudeln, Heiratsanträge, Bambi

Moderatorin und zweifache Preisträgerin: Helene Fischer.
Moderatorin und zweifache Preisträgerin: Helene Fischer. FOTO: dpa
Berlin. Es war eine Show wie auf dem Laufband: Die deutsche Musikbranche kürte mit dem Echo ihre erfolgreichsten Künstler. An Grammys oder Brit Awards erinnern vor allem die Selfies. Julia Kilian und Esteban Engel

Shakira lächelte ins Smartphone eines Reporters, Jan Delay fotografierte sich samt Sonnenbrille, und Helene Fischer knipste sich mit der Band The BossHoss: Die von Stars geschossenen Selfies bei der Echo-Verleihung standen als Symbol für die Gala am Berliner Funkturm. Die Musikbranche feierte am Donnerstagabend vor allem eines - sich selbst. Gleich im Dutzend tauchten im Internet bei Twitter Schnappschüsse der Promis während der Feier auf.

Neben Pop-Ikone Shakira und Weltstar Kylie Minogue waren James Blunt und Bob Geldof in die Hauptstadt geflogen. Doch bei all den Promis - am Ende gehörte die Nacht der Schlagerkönigin und Moderatorin Helene Fischer. Die 29-Jährige bekam zwei Trophäen und führte routiniert durch die vom Ersten Programm live übertragene Show. 4,21 Millionen Zuschauer schalteten ein (Marktanteil: 15,0 Prozent). Bei der Fischer-Premiere als Echo-Moderatorin vor einem Jahr waren es 3,73 Millionen Zuschauer gewesen.

Im weißen Body tanzte Fischer diesmal zum Auftakt auf einer Hebebühne, später stimmte sie mit James Blunt ein Duett an. Als ihre Platte "Farbenspiel" zum Album des Jahres gekürt wurde, tat Fischer etwas überrascht. "Ich war darauf gar nicht vorbereitet", versicherte sie. Und dann gewann sie auch noch in der Schlager-Kategorie. Vor dem Publikum dankte sie ihren Eltern: "Die sind immer an meiner Seite." Zwei Echos bekam sonst nur noch der Schwede Avicii ("Wake Me Up").

Der Abend war sonst eine Gala der Ein-Preis-Gewinner - vom Newcomer Adel Tawil ("Lieder") bis zum Hip-Hopper Max Herre. Die Britin Birdy nahm ihren Echo schüchtern entgegen. Entertainerin Ina Müller freute sich dagegen schrill: "Damit ist der Pop eindeutig in den Wechseljahren angekommen", sagte die 48-Jährige. Robbie Williams ließ sich gar aus Los Angeles in einem Video-Beitrag zu einem Geständnis hinreißen: "Deutschland, willst du mich heiraten? Ich liebe dich."

Doch Bussi hin, Glamour her: Am Ende erwies sich die Show als Starparade auf dem Laufband. Ob Kylie Minogue oder Jan Delay, die Fantastischen Vier oder die ESC-Kandidatinnen von Elaiza - wie am Schnürchen spulten die Veranstalter die Nummernrevue ab, es gab selten berührende Momente. So wurde es erst wirklich mit Peter Maffay emotional. Dem Altrocker schossen Tränen in die Augen, als er für seine Stiftung zugunsten traumatisierter Kinder und Jugendlicher geehrt wurde. "Ich glaube, das ist der schönste Augenblick in dieser Art, den ich erlebt habe", sagte Maffay. "Das ist eine sehr, sehr große Ehre."

Die Kolumbianerin Shakira stellte ihren neuen Song "Can't Remember to Forget You" vor. Max Raabe hatte sie frech als "rattenscharfe Popnudel" angekündigt.

Gastgeberin Fischer nahm sich zum Abschluss noch selbst auf die Schippe. Sie erinnerte an ihren Versprecher bei der Bambi-Gala, als sie sich kurz beim Echo wähnte. Am Donnerstagabend verabschiedete sie sich dann mit den Worten: "Das war ein Abend voller Glücksmomente - der Bambi 2014."