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| 07:31 Uhr

Blutige Attacke in Südfrankreich
Polizist stirbt nach Geiselnahme in Supermarkt

Arnaud Beltrame, Polizist aus Frankreich, lies sich bei der  Geiselnahme in einem Supermarkt am 23.03.2018 in Trebes, Frankreich, freiwillig gegen eine weibliche Geisel eintauschen. Beltrame wurde von dem Geiselnehmer lebensgefährlich verletzt und verstarb in der Nacht (24.03.2018).
Arnaud Beltrame, Polizist aus Frankreich, lies sich bei der Geiselnahme in einem Supermarkt am 23.03.2018 in Trebes, Frankreich, freiwillig gegen eine weibliche Geisel eintauschen. Beltrame wurde von dem Geiselnehmer lebensgefährlich verletzt und verstarb in der Nacht (24.03.2018). FOTO: Boyer Claude / dpa
Exklusiv | Carcassonne. Ein Polizist hatte sich bei dem mutmaßlichen islamistischen Terroranschlag in Südfrankreich gegen eine Geisel austauschen lassen und wurde von dem Täter lebensgefährlich verletzt. Nun ist er an seinen Verletzungen gestorben.

Ein Polizist hatte sich bei dem mutmaßlichen islamistischen Terroranschlag in Südfrankreich gegen eine Geisel austauschen lassen und wurde von dem Täter lebensgefährlich verletzt. Nun ist er an seinen Verletzungen gestorben.

Das teilte der französische Innenminister Gérard Collomb am Samstagmorgen bei Twitter mit. "Frankreich wird niemals seinen Heldentum, seine Tapferkeit und sein Opfer vergessen", schrieb Collomb.

Arnaud Beltrame (45) wurde in Frankreich als Held gefeiert, weil er sich bei der Attacke auf einen Supermarkt in dem kleinen Ort Trèbes freiwillig gegen eine weiblich Geisel eintauschen ließ. "Er hat Leben gerettet", sagte Staatschef Emmanuel Macron am Freitag.

Der Beamte, der allein mit dem Täter im Supermarkt war, wurde lebensgefährlich verletzt, als dieser aus noch ungeklärten Gründen auf ihn schoss - daraufhin stürmte die Polizei das Gebäude. Auch zwei weitere Beamte wurden bei dem Zugriff verletzt.

Täter bezeichnete sich als "Soldaten" des IS

Der 25-jährige Radouane L. hatte am Freitag bei mehreren Attacken in der Region Carcassonne zunächst drei Menschen erschossen und weitere verletzt. Eine Spezialeinheit der Gendarmerie erschoss den Täter am Freitag in einem Supermarkt in der Kleinstadt Trèbes, wie Innenminister Gérard Collomb am Tatort mitteilte.

Er hatte seine Angriffsserie am Freitagmorgen in Carcassonne begonnen, raubte dort ein Auto, tötete einen der Insassen und verletzte den Fahrer. Kurze Zeit später verletzte er mit Schüssen einen Polizisten, der mit Kollegen vom Joggen zurückkam.

Der Angreifer fuhr schließlich in das nahegelegene Trèbes, stürmte in den Supermarkt und erschoss einen Mitarbeiter und einen Kunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft rief er "Allah Akbar" (Gott ist der Größte) und bezeichnete sich als "Soldaten" des IS. Er habe gesagt, er sei bereit für Syrien zu sterben, und habe die Freilassung inhaftierter "Brüder" gefordert.

Zahlreiche Kunden konnten fliehen, die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an und umstellte den Supermarkt. Später ließ sich der Gendarm gegen die weibliche Geisel austauschen.

(das/dpa/AFP)