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| 02:32 Uhr

Polizist erschießt Einbrecher

Mitarbeiter der Spurensicherung vor dem Haus, in dem ein Polizist einen mutmaßlichen Einbrecher erschossen hat.
Mitarbeiter der Spurensicherung vor dem Haus, in dem ein Polizist einen mutmaßlichen Einbrecher erschossen hat. FOTO: dpa
Herten. Eine Rentnerin hört Einbruchgeräusche und flüchtet. Polizisten treffen auf einen mutmaßlichen Einbrecher, der sie mit einem Messer angreift. Es fällt mindestens ein Schuss. Der Mann stirbt. Aleksandra Bakmaz

(dpa) Ein Polizist hat einen mutmaßlichen Wohnungseinbrecher in Herten erschossen. Der 30 Jahre alte Mann soll mit einem Messer auf Einsatzkräfte losgegangen sein, als sie am Sonntagabend die Erdgeschosswohnung betraten. Daraufhin habe ein Beamter seine Waffe gezogen und geschossen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Der mutmaßliche Einbrecher starb noch am Tatort. Die Beamten blieben unverletzt. Sie hatten noch Rettungskräfte gerufen.

Die 72-jährige Bewohnerin der Erdgeschosswohnung hatte die Polizei alarmiert. Sie hatte zuvor gehört, wie eine Scheibe eingeschlagen wurde, und war aus der Wohnung geflüchtet. Die Ermittlungen der Polizei Münster und der Staatsanwaltschaft Bochum dauern an. Geprüft werde dabei auch die "Rechtmäßigkeit des polizeilichen Schusswaffengebrauchs", sagte eine Sprecherin der Polizei.

In den vergangenen Wochen gab es ähnliche Fälle in Berlin und Hamburg. In der Hauptstadt war am 31. Januar ein verwirrt wirkender Mann von einem Polizisten in einer Wohnung erschossen worden. Er hatte laut Polizei gedroht, anderen Menschen Gewalt anzutun und sich umzubringen. Zudem wollte er laut den Angaben ein Messer nicht aus der Hand geben. Einen Tag später wurde ein Mann in Hamburg von einem Polizisten angeschossen und verletzt. Er soll sich sehr aggressiv verhalten und den Beamten mit einem Messer angegriffen haben.

Im Jahr 2015 hatte die Polizei in Deutschland in 40 Fällen auf Menschen geschossen. Dabei gab es 10 Tote und weitere 22 Verletzte, wie aus jüngsten Zahlen der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster hervorgeht. In den Jahren davor fiel die Bilanz ähnlich aus. Wesentlich häufiger schießen Polizisten zum Töten gefährlicher, kranker oder verletzter Tiere: 2015 wurden bundesweit 11 884 solcher Fälle erfasst, das sind mehr als 30 pro Tag. Zahlen für 2016 liegen noch nicht vor.

Zum Thema:
Wenn Polizisten ihre Dienstwaffen einsetzen und Menschen verletzen oder sogar töten, zieht das wie jetzt in Herten natürlich Aufmerksamkeit auf sich. Beispiele aus jüngster Vergangenheit: 1. Februar 2017:Ein Polizist schießt in Hamburg einem Mann ins Bein. Es soll sich um Notwehr gehandelt haben, da der 33-Jährige mit einem Messer auf den Beamten losgegangen sei, teilt die Polizei mit. Zuvor soll es ein Handgemenge auf der Straße gegeben haben.31. Januar 2017:In Berlin greift nach Polizeiangaben ein Mann in seiner Wohnung mit einem Messer Beamte an. Er wird erschossen. Der 25-Jährige habe verwirrt gewirkt und durch seine Wohnungstür gedroht, alle umzubringen, die in die Wohnung kommen, so die Polizei.15. Januar 2017:Mit einem Beil verletzt ein Mann am Krefelder Hauptbahnhof einen 33-Jährigen. Danach bedroht er Beamte, die ihn stellen. Zunächst geben sie einen Warnschuss ab, dann trifft ein Streifschuss den Angreifer am Bein. 7. Januar 2017:Ein 43-Jähriger randaliert nach Polizeiangaben in einer Duisburger Wache und geht mit einem Messer auf Beamte los. Zwei Polizisten schießen auf ihn, einer trifft ihn tödlich am Hals. Zuvor soll der Mann drei Passanten attackiert und verletzt haben.26. November 2016:In einem Hamburger Mehrfamilienhaus wird ein Mann bei einem Einsatz erschossen. Der 37-Jährige habe die Beamten plötzlich mit zwei Messern bedroht, so die Polizei. Der Angreifer wird in ein Krankenhaus gebracht, erliegt jedoch trotz Notoperation seinen Verletzungen.