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Polizei schnappt Tatverdächtigen

Haben einen Tatverdächtigen: Polizeivizepräsident Uwe Stürmer (l.) vom Polizeipräsidium Konstanz und der Leitende Oberstaatsanwalt Alexander Boger im Polizeipräsidium in Konstanz (Baden-Württemberg).
Haben einen Tatverdächtigen: Polizeivizepräsident Uwe Stürmer (l.) vom Polizeipräsidium Konstanz und der Leitende Oberstaatsanwalt Alexander Boger im Polizeipräsidium in Konstanz (Baden-Württemberg). FOTO: dpa
Konstanz. Ein bei Tübingen gefasster Mann soll der Supermarkt-Erpresser sein, der Gläschen mit Babynahrung vergiftet hat. Der 53-Jährige sitzt in U-Haft. Die Ermittlungen gehen weiter. dpa/sm

() Nach dem Geständnis des mutmaßlichen Supermarkt-Erpressers arbeiten Ermittler weiter an der Aufklärung des Falles. Wie der Sprecher der Polizei in Konstanz, Markus Sauter, am Sonntag sagte, untersuchen Kriminaltechniker auch den Computer des 53 Jahre alten Verdächtigen.

Ob die Gefahr durch vergiftete Lebensmittel nun tatsächlich gebannt ist, lasse sich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, sagte Sauter. "Wir gehen aufgrund der jetzigen Erkenntnisse aber nicht davon aus, dass weitere vergiftete Nahrungsmittel von dem Mann in Umlauf gebracht wurden." Das habe der Tatverdächtige ausgesagt. Die Frage nach der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Erpressers sei indes schwierig zu beantworten, räumte Sauter ein.

Am Samstag attestierte die Polizei dem Mann "psychische Auffälligkeiten". Der Supermarkt-Erpresser hatte damit gedroht, 20 vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen, und per E-Mail einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag gefordert. Mitte September hatte er bereits fünf Gläschen Babynahrung mit Ethylenglycol versetzt und in einen Supermarkt in Friedrichshafen am Bodensee gebracht. Als die Polizei Bilder einer Überwachungskamera veröffentlichte, gingen Hunderte Hinweise aus der Bevölkerung ein. Einige halfen schließlich, den Tatverdächtigen festzunehmen.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Alexander Boger sprach am Samstag auf einer Pressekonferenz in Konstanz von einer erdrückenden Beweislast. Bei einer Wohnungsdurchsuchung am Freitag in Ofterdingen habe man eine Flasche mit dem Gift Ethylenglycol gefunden, mit dem die sichergestellte Babynahrung in Friedrichshafen versetzt worden war. DNA-Spuren an den vergifteten Gläschen deuteten ebenfalls auf den Mann hin. Der Verdächtige habe die Vernichtung von Beweismitteln vorbereitet. Einen Laptop fanden die Beamten in einem Altkleider-Container. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus.