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Pauschal bis widersprüchlich

In ihrem Buch möchte Anna Kaminsky der Frage nachgehen, wer "die" ostdeutsche Frau war. Der eigentliche Fokus liegt aber darauf, wie emanzipiert ostdeutsche Frauen waren. Doreen Mildner

Antworten auf diese Frage bekommt der Leser schon im einleitenden Kapitel, in dem sie bereits vom Scheitern der Gleichberechtigung spricht und suggestiv fragt: "Genossen sie die Gleichberechtigung oder litten sie unter einem Staat, der ihnen nicht nur vorschrieb, was und wie sie zu arbeiten hatten, sondern sich auch in allen anderen ,Frauenfragen' für zuständig erklärte?" Die Autorin, selbst in der DDR geboren und aufgewachsen, versucht mit dem Mythos der Gleichberechtigung der Frauen in der DDR aufzuräumen, von dem sie meint, dass er sich unberechtigterweise nach dem Ende der DDR hartnäckig hielt. Anna Kaminsky wage "einen Gesamtblick auf die Situation von Frauen in der DDR", kündigte der Verlag das Buch an. Doch das Wagnis gelingt nicht, weil sie nicht wissenschaftlich, das heißt unvoreingenommen und sorgfältig arbeitet. Vieles erscheint pauschal bis widersprüchlich.

Anna Kaminsky: Frauen in der DDR. Ch. Links Verlag, 320 Seiten, 25 Euro