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Partynacht endet im Grauen

Polizisten in weißen Schutzanzügen bei der Spurensicherung vor dem "Grey-Club" in Konstanz.
Polizisten in weißen Schutzanzügen bei der Spurensicherung vor dem "Grey-Club" in Konstanz. FOTO: dpa
Konstanz. Die ersten Schüsse sind kaum zu hören. Viel zu laut dröhnt die Musik noch aus den Lautsprechern. Stephen Wolf

Was aber Sekunden später über die tanzenden Gäste im Konstanzer "Grey-Club" hereinbricht, muss der blanke Horror sein.

"Ich sah, wie ein Mann das Magazin in eine Maschinenpistole steckte und plötzlich wahllos auf die Menschen schoss", beschreibt ein Zeuge wenig später die Szene. Es ist mitten in der Nacht, gegen 4.30 Uhr, als ein Mann in dem vollem Club um sich schießt - am Ende sind zwei Menschen tot. Mindestens drei Personen werden durch den Kugelhagel in der Diskothek schwer verletzt, außerdem wird ein Polizist verwundet.

Der Schütze in der Konstanzer Diskothek ist nach einem Streit in dem Tanzclub mit einem Sturmgewehr zum späteren Tatort zurückgekommen. Der 34-Jährige schoss einen Türsteher nieder, wie ein Vertreter der Staatsanwaltschaft am Sonntag in Konstanz sagte. Der Schütze, ein vorbestrafter Mann irakisch-kurdischer Herkunft, habe nach einer Auseinandersetzung in dem Club ein Sturmgewehr geholt und sei damit zur Diskothek zurückgekehrt. Bei dem Schützen habe es sich um den Schwiegersohn des Betreibers der Diskothek gehandelt. Warum der Mann aber letztendlich in der Diskothek auf friedlich feiernde Gäste schoss, blieb am Sonntag zunächst unbeantwortet. Der mutmaßliche Schütze selbst wurde bei einem Schusswechsel mit Polizeibeamten lebensgefährlich verletzt, als er den Club verließ. Er starb später in einem Krankenhaus. Offen war zunächst auch noch die Frage, woher die sichergestellte Tatwaffe stammte.

Die schockierende Tat in der Nacht dauerte nur wenige Minuten, wie sich ein 27 Jahre alter Augenzeuge erinnert. Wie er, so standen auch zahlreiche andere, meist junge Gäste unter dem Eindruck des unerwarteten Angriffs: als die Musik plötzlich verstummte, Schreie zu hören waren und Panik ausbrach. Die Polizei berichtete, die Gäste seien aus dem Club geflohen. Kurze Zeit später waren viele Polizisten, Sanitäter und Notfallseelsorger vor Ort, um zu helfen. "Die Erinnerungen bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf", sagte der junge Mann. Er habe beobachtet, wie der Angreifer einem Mann direkt in den Kopf geschossen habe. "Ich war mir sicher, dass er tot ist." Andere Besucher hätten später berichtet, es sei noch ein weiterer Angreifer an der Tat beteiligt gewesen. Die Polizei gab aber schließlich Entwarnung: Es soll ein Einzeltäter gewesen sein.

Nach dem Sonnenaufgang hatte es bereits erste Gerüchte zu den Motiven gegeben. Dabei hörte man sogar, der Täter habe angeblich Kontakte zur organisierten Kriminalität gehabt. Die Polizei bestätigte nichts davon. Sie teilte lediglich mit, dass der 34-Jährige wegen verschiedener Delikte bekannt war. Der "Grey-Club" selbst gilt bei der Polizei nicht als besonders auffällig.

Erst im Mai war die Diskothek von einem neuen Pächter nach längerer Pause wieder eröffnet worden.