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| 16:42 Uhr

Nach vier Jahren Bauzeit
Neue Frankfurter Altstadt eröffnet

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (Mi.) schneidet das Band zur Einweihung der neuen Altstadt durch: Ebenfalls zur Schere gegriffen haben Amtsvorgängerin Petra Roth, Stadtrat Mike Josef (li.) und Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (re.). Vier Jahre dauerte und 200 Millionen Euro kostete der Nachbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frankfurter Altstadt.
Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (Mi.) schneidet das Band zur Einweihung der neuen Altstadt durch: Ebenfalls zur Schere gegriffen haben Amtsvorgängerin Petra Roth, Stadtrat Mike Josef (li.) und Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (re.). Vier Jahre dauerte und 200 Millionen Euro kostete der Nachbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frankfurter Altstadt. FOTO: Stadt Frankfurt / BERNDKAMMERER@GMX.NET
Frankfurt/Main. Nach vier Jahren Bauzeit war es am Mittwoch so weit: Die wiederaufgebaute Frankfurter (Main) Altstadt wurde für Besucher geöffnet.

35 Häuser – davon 15 Rekonstruktionen und 20 Neubauten – sind auf den historischen Parzellen der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Altstadt entstanden. Straßenzüge wie der Krönungsweg zwischen Dom und Römer oder die Gasse „Hinter dem Lämmchen“ können seit Mittwoch von Neugierigen erkundet werden. Rund 200 Millionen Euro hat die Rekonstruktion (Ausführung: DomRömer GmbH) der Altstadt gekostet.

 „Mit der Altstadt geben wir der Stadt ein Stück Herz und Seele zurück“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der Eröffnung. „Die Bürger unserer Stadt können sich nun das neue Quartier aneignen, ein Stück Frankfurter Geschichte erleben. Neben Stadtreparatur ist es mit der neuen Altstadt gelungen, Momente der Frankfurter Stadtgeschichte in die heutige Zeit zu transportieren“, so Peter Feldmann weiter.

Mit der neuen Altstadt gewinne die Stadt ein lebendiges Viertel, das für die Frankfurterinnen und Frankfurter Anziehungspunkt sein werde.
Ab Mitte Mai beziehen die ersten Bewohner ihr neues Zuhause. Rund 200 Menschen sollen einmal in dem Viertel wohnen; die 54 Wohnungen in den Neubauten sind längst verkauft, für 5000 bis 7200 Euro pro Quadratmeter. Parallel beginnt der Innenausbau der Ladenflächen in den Erdgeschossen. Über 20 Geschäfte, darunter eine Apotheke, ein Metzger, ein Blumenladen, ein Juwelier und mehrere gastronomische Angebote bereichern künftig das neue Stadtviertel. Im Laufe des Sommers werden die Arbeiten an den Geschäften abgeschlossen sein.

Ab Juni bietet die Touristinfo Rundgänge durch die neue Altstadt an. Im August öffnet der Archäologische Garten.  Dieser liegt auf dem Domhügel, und Besucher können dort Ausgrabungen einer römischen Siedlung und einer karolingischen Königspfalz sehen.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sprach bei der Eröffnung von einem „historischen Tag“ für die Stadt. Dass „historische“ und eher zeitgenössische Gebäude ein Ensemble bilden, spiegele letztlich auch die Stadt mit ihrer Vielfalt architektonischer Stile wider. Trotz aller Kontroversen sei die Altstadt „ein Stück Frankfurt – nicht nur für die Touristen, sondern auch für die Frankfurterinnen und Frankfurter.“

 Offiziell eröffnet wird die Altstadt mit einem dreitägigen Fest, das vom 28. bis zum 30. September in die neue Altstadt einlädt.

 „Heute ist ein besonderer Tag für uns alle“, erklärte Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der DomRömer GmbH. „Wir haben sehr lange auf diesen Moment hingearbeitet. Wir freuen uns auf die vielen Menschen, die in den kommenden Tagen und Wochen ‚ihre‘ Altstadt wieder in Besitz nehmen.“

Prunkstück des neuen alten Viertels ist das Haus zur „Goldenen Waage“, die Nachbildung eines 400 Jahre alten und reichlich verzierten Fachwerkhauses. Im Erdgeschoss ist nun ein Café eingezogen, in den oberen Stockwerken hat das Historische Museum der Stadt Frankfurt eine Außenstelle errichtet.

1605 kaufte Zuckerbäcker und Gewürzhändler Abraham van Hamel den Gebäudekomplex. Hamel stammte aus den spanischen Niederlanden und kam als Glaubensflüchtling nach Deutschland. 1618 bis 1619 ließ er das Vorderhaus zur Empörung der Stadtvorderen und der Frankfurter abreißen und ersetzte es durch einen prunkvollen Neubau mit architektonischen Anleihen aus seinem Heimatland.

(pm/dpa/lsc)