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| 11:11 Uhr

Angriff auf Ex-Spion Sergej Skripal
Nervengiftattacke - Russland wehrt sich gegen Spekulationen

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat Spekulationen, Moskau habe eine Rolle in der Nervengiftattacke auf einen früheren russisch-britischen Doppelagenten und dessen Tochter gespielt, als "Propaganda" zurückgewiesen. Es habe bislang keine Beweise oder Fakten gegeben, sagte Lawrow am Freitag in Äthiopien.

Die Spekulationen zielten darauf ab, "Spannungen zu erhöhen". Wenn es ein ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit bei den Ermittlungen gebe, sei Russland bereit dazu. Allerdings solle man nicht mit "unbegründeten Anschuldigungen" zu den Medien rennen, sagte der Außenminister.

Sergej Skripal und seine Tochter Yulia wurden am Wochenende mit Vergiftungserscheinungen im englischen Salisbury aufgefunden. Sie kämpfen seitdem in einem Krankenhaus um ihr Leben. 19 weitere Menschen wurden nach dem Attentat medizinisch behandelt. Skripal, der frühere Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU, war in Russland als britischer Spion verurteilt und bei einem Austausch 2010 freigelassen worden.

Der Fall erinnert an den Giftmord am Kremlkritiker Alexander Litwinenko im Jahr 2006 und hat inzwischen einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen Moskau und London ausgelöst. Die britische Premierministerin Theresa May hatte den Besuch britischer Politiker und Würdenträger bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland im Sommer infrage gestellt, sollte sich herausstellen, dass Moskau hinter dem mutmaßlichen Attentat steckt.