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| 02:39 Uhr

Nachkriegsepos mit Längen

Zwischen Spießigkeit und Aufbruch, mit den 40 Mark der neuen westdeutschen Währung, die Nachkriegsträume wieder wahr machen konnte –hier startet der Roman "Unsere wunderbaren Jahre" von Peter Prange. Es geht um Freunde zwischen Währungsreform und Fall der Mauer mit einer gutbürgerlichen Industriellenfamilie im Mittelpunkt – so erzählt Prange auf rund 1000 Seiten 60 Jahre deutscher Geschichte. Eva Krafczyk

Da bleiben Längen nicht aus.

Am kompaktesten und überzeugendsten wirkt das "deutsche Märchen" in den Beschreibungen der späten 40er- und frühen 50er-Jahre mit seiner zu diesem Zeitpunkt überschaubaren Zahl von Protagonisten. Je mehr sich die Familiengeschichten aufsplittern, je mehr immer neue Erzähl-Fäden gesponnen werden, desto mehr Probleme scheint der Erzähler zu haben, eine durchgehende Linie zu halten. Stattdessen gerät manches arg klischeelastig und platt -etwa die Beschreibung der DDR oder der 68er-Jugendprotestbewegung. Da wäre weniger mehr gewesen. Wer epische Familienromane liebt, dürfte darüber allerdings großzügig hinwegsehen.

Peter Prange: Unsere wunderbaren Jahre. Fischer Verlag, 975 Seiten, 22,99 Euro