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| 19:23 Uhr

Sicherheitsmaßnahmen nach Massaker
Ärger um transparente Rucksäcke an Schule in Parkland

Zwei Schüler mit den neuen, durchsichtigen Rucksäcken auf dem Rücken.
Zwei Schüler mit den neuen, durchsichtigen Rucksäcken auf dem Rücken.
Parkland. Nach dem Massaker an einer Schule in Parkland im US-Bundesstaat Florida sorgen neue Sicherheitsmaßnahmen bei vielen Jugendlichen für Empörung. So müssen die 3000 Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School jetzt zum Beispiel durchsichtige Rucksäcke tragen.

Dadurch sollen mitgeführte Waffen schneller erkannt werden können. Ein Ex-Schüler hatte am 14. Februar 17 Menschen an der High School erschossen. "Verletzung der Privatsphäre", twitterte eine Schülerin zu den neuen Rucksäcken. Eine andere schrieb ironisch, das Plastik sei fast so transparent wie die Politik der Waffenlobby NRA.

Zur Pflicht, diese Rucksäcke zu tragen, kommen weitere Maßnahmen wie Taschenkontrollen und ein sichtbar zu tragender Ausweis. Außerdem wird über Metalldetektoren nachgedacht. Der Schulbezirk Broward hat die Maßnahmen durchgesetzt. Sie gelten nicht im ganzen Bundesstaat.

Schüler schrieben in sozialen Netzwerken unter Anspielung auf die laxen Waffengesetze, diese Maßnahmen seien ja gut und schön - man solle sich aber besser auf das Wesentliche konzentrieren, statt Schulen in Gefängnisse zu verwandeln. "Meine Lunch-Papiertüte wurde kontrolliert", schrieb Schülerin Christy Ma. "Eine Frau hat mein Sandwich gecheckt und festgestellt: keine Bedrohung."

Seit der Attacke auf die Schule hat sich in den USA eine breite Schülerbewegung formiert, die sich für ein schärferes Waffenrecht einsetzt. Geschehen ist bisher so gut wie nichts.

(oko)