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| 01:26 Uhr

Nach Phantom-Panne Politiker und Ermittler unter Druck

Ludwigsburg. Das Desaster bei der Fahndung nach dem „Phantom“ von Heilbronn bringt Ermittler und Politiker unter Druck. Während Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) ankündigte, am Mittwoch „alle Daten und Fakten“ auf den Tisch zu legen, fordern Ermittler endlich Qualitätsstandards für DNA-Tests. dpa/B.M.

Da genetische Fingerabdrücke für die Verbrecherjagd von zentraler Bedeutung seien, müsse das Risiko von Trugspuren unbedingt minimiert werden, sagte der Landeschef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Manfred Klumpp.Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht in der Phantom-Panne keinen Anlass dafür, am genetischen Fingerabdruck als Beweismittel zu zweifeln: "Die DNA-Spur identifiziert eine Person, sagt aber nicht, was die Person getan hat. Das wird ja durch diesen Fall geradezu bestätigt", sagte Schäuble am Samstag in Ludwigsburg. Seit Freitag steht fest, dass die Polizei jahrelang einer Kriminellen nachgejagt ist, die nachweislich nie existiert hat. Bei der Suche nach dem Mörder der Polizistin in Heilbronn hat die Phantom-Panne die Ermittlungen laut Polizei nicht wesentlich zurückgeworfen. Von bislang rund 3700 Hinweisen zu der Tat vor knapp zwei Jahren seien noch mehrere Hundert in Bearbeitung, sagte der Leiter der Sonderkommission Frank Huber. Keine Angaben machte das LKA in Stuttgart bisher zur Frage, wie genau die Wattestäbchen zur Spurensicherung verunreinigt wurden. Wie und warum nur die Spuren einer Mitarbeiterin an die Proben kamen, könne er nicht sagen, betonte der Geschäftsführer des oberfränkischen Kunststoffunternehmens Böhm, Lutz Unger. Er wisse nicht einmal, um welche Mitarbeiterin es sich handelt. "Der Name ist uns nicht bekannt." dpa/B.M.