ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:46 Uhr

Kriminalität
Mordprozess gegen Totraser geplatzt

Das Trümmerfeld nach dem tödlichen Crash: Der 69-Jährige wurde bei dem Autorennen mit hoher Geschwindigkeit getroffen und hatte keine Überlebenschance.
Das Trümmerfeld nach dem tödlichen Crash: Der 69-Jährige wurde bei dem Autorennen mit hoher Geschwindigkeit getroffen und hatte keine Überlebenschance. FOTO: dpa / Britta Pedersen
Berlin. Befangenheitsantrag gegen Berufsrichter erfolgreich. Hauptverhandlung ausgesetzt. dpa

Der neu aufgelegte Berliner Mordprozess nach einem illegalen Autorennen mit einem Toten ist geplatzt. Die Hauptverhandlung sei ausgesetzt, teilte das Landgericht Berlin am Dienstag mit. Damit war ein Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen die drei Berufsrichter der 40. Großen Strafkammer erfolgreich.

Das Landgericht der Hauptstadt hatte den Fall zum zweiten Mal verhandelt, nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) das erste Urteil wegen Mordes mit lebenslangen Freiheitsstrafen kassiert hatte. Die Richter sahen den Tötungsvorsatz als nicht ausreichend belegt an. Nun wird der Fall nochmals neu verhandelt werden müssen vor einer anderen Strafkammer, erklärte eine Gerichtssprecherin. Grund ist dieses Mal, dass die Verteidigung direkt zum Auftakt der erneuten Verhandlung moniert hatte, für die Juristen stehe ein zweites Mordurteil schon zu Beginn des Prozesses fest. Eine andere Kammer des Gerichts kam nun zu dem Schluss, dass die „Besorgnis der Befangenheit“ nicht ausgeschlossen werden könne.

Es sei Richtern zwar erlaubt, sich im Vorfeld einer Hauptverhandlung beispielsweise bei Entscheidungen über Haftfragen zu äußern, ohne dass dies deren Unparteilichkeit infrage stelle, erklärte das Gericht. „Im vorliegenden Fall ließen jedoch einzelne Formulierungen und Argumente in der Begründung des Haftfortdauerbeschlusses der Richter diesen Rückschluss ausnahmsweise zu“, hieß es in einer Mitteilung. Auch in dem neuen Prozess wurde den Männern im Alter von 29 und 26 Jahren vorgeworfen, bei einem illegalen Autorennen in der Nacht zum 1. Februar 2016 einen unbeteiligten 69-Jährigen totgefahren zu haben. Sie sollen seinen Tod billigend in Kauf genommen haben.

Den beiden Angeklagten wird zur Last gelegt, mit bis zu 170 Stundenkilometern über den Kurfürstendamm und auch über mehrere rote Ampeln gerast zu sein. An einer Kreuzung erfasste einer der beiden mit seinem Auto den Wagen eines 69-Jährigen. Der Mann starb noch am Unfallort.